Sinebrychoff ist die älteste Brauerei Skandinaviens und einer der modernsten Brauereien in ganz Europa. Das zu Carlsberg gehörende Unternehmen hat seinen Sitz in Kerava unweit der finnischen Hauptstadt Helsinki. Zu den bekanntesten Produkten gehören Carlsberg Beer, KOFF und Karhu, aber auch Golden Cup Cider, Kurko Longdrinks oder Energy Drinks finden sich im Portfolio des 1819 gegründeten Unternehmen wider.
Darüber hinaus produziert und vertreibt Sinebrychoff Coca-Cola-Produkte in Finnland. Zudem sind Sinebrychoff-Produkte in ganz Skandinavien, einigen europäischen Ländern, im Nahen Osten, Asien und Südamerika zu finden. Im Herbst 2006 kommt als Vertriebsgebiet für Energy Drinks Australien hinzu.
85 Prozent aller Produkte produziert Sinebrychoff in Kerava. „Zum einen gibt es hier sehr gutes Wasser, zum anderen handelt es sich hier um einen sehr guten Logistikstandort.“, erläutert Kimmo Sormunen, Project Manager bei Sinebrychoff. Sormunen weiß aber auch, dass für eine funktionierende Logistik ein guter Standort allein nicht ausreicht.
Carlsberg: Anforderungsliste zur Optimierung der Logistik
Das hatte seinerzeit auch Carlsberg so gesehen. Um die Logistik entsprechend zu optimieren, hatte die Mutterfirma mit Sitz in Kopenhagen im Jahr 2003, auch von ihrer Tochter im finnischen Kervala eine Anforderungsliste zur Optimierung der logistischen Abläufe erbeten. Ein Hauptpunkt: Der schrittweise Austausch der bisherigen knapp 300 Fahrzeuge zu Gunsten einer einzigen Marke.
Das Unternehmen, in dem während der Hauptsaison sieben Tage in der Woche gearbeitet wird, begab sich nach einer Vorauswahl schließlich in die Verhandlungen mit unterschiedlichen Anbietern. „Das Ganze war ein langer, langer Prozess“, erinnert sich Kimmo Sormunen. Am Ende hatte aber „Jungheinrich den besten Deal für uns.“ Ein wichtiger Punkt: Der Servicegedanke von Jungheinrich.
In Kerava werden die unterschiedlichen Getränke nicht nur produziert, sondern auch gelagert. Das ankommende Lehrgut wird entladen, gesäubert und wieder befüllt. Anschließend kommt es in das für das jeweilige Produkt vorgesehene Lager, von wo es schließlich wieder ausgelagert wird. „In Spitzenzeiten müssen wir mehr als 500 Lkw in sehr kurzer Zeit und hoher Qualität bestücken können“, erzählt Sormunen.
Damit dies auch reibungslos funktioniert, dafür sorgt die Flotte von Jungheinrich-Flurförderzeugen bei Sinebrychoff. Bei der Be- und Entladung, beispielsweise, sorgen die Elektro-Deichsel-Gabelhubwagen vom Typ ERE 224 für jede Menge Schwung im Lager. Die Fahrzeuge zeichnen sich durch ihre robuste Bauweise, die speziell bei intensiven Einsätzen zum Tragen kommt, aus. Bei dem Gerät, dass Waren bis zu einer Masse von 2.400 Kilogramm transportieren kann, handelt es sich um einen Niederhubwagen wahlweise mit einer klappbaren oder festen Fahrerstandplattform. Das lässt den Bediener flexibel entscheiden, ob er das Gerät als Mitgänger- oder aber als Mitfahrerfahrzeug einsetzt. Letzteres ermöglicht, im Unterschied zum reinen Mitgängerfahrzeug, Geschwindigkeiten bis zu zehn Kilometer in der Stunde und damit eine deutlich höhere Umschlagleistung – auch auf längeren Strecken.
Die Standplattform bietet ein hohes Maß an Komfort und Sicherheit. „Die Federung schluckt die Schläge, die beispielsweise durch das Überqueren von Schwellen verursacht werden“, erläutert Lars Hultin, Geschäftsführer Jungheinrich-Finnland. Steigt der Fahrer von der Plattform ab, klappt die Plattform nicht von allein wieder nach oben. „Das geschieht aus Sicherheitsgründen“, so Hultin, „um Verletzungen zu vermeiden.“ Jedoch genüge ein einfaches Anstoßen mit dem Fuß „und die Plattform gleitet in die Fahrzeugkontur zurück“. Die abgerundeten Konturen, sowohl von der Plattform als auch den Seitenstützen, reduzieren deutlich die Gefahr des „Hängenbleibens“ an Hindernissen, wie beispielsweise Regal- oder Lkw-Streben.
Drehstromtechnik: Viele Vorteile auch bei schweren Einsätzen
Zur Ein- oder Zwischenlagerung stehen unter anderem Elektro-Vierrad-Stapler vom Typ EFG 430 zur Verfügung. Der Einsatz der am Jungheinrich-Standort im bayerischen Moosburg bei München gefertigten Geräte bietet auf Grund der Drehstromtechnik eine ganze Reihe Vorteile – gerade bei schweren Einsätzen wie in der Getränkeindustrie. Hierzu gehören höhere Umschlagleistungen, längere Einsatzzeiten sowie eine präzise Steuerung.
Die Drehstrommotoren sind komplett wartungs- und verschleißfrei und wurde nach IP54 gekapselt. "Das bedeutet", so Lars Hultin, "Schmutz, Wasser und Chemikalien können dem Motor gar nichts anhaben." Der Einsatz der Drehstromtechnik ermögliche zudem "schnellere Arbeitsspiele bei deutlich längeren Einsatzzeiten mit nur einer Batterieladung", ergänzt Hultin. Daher habe man den Batterieladeraum auf ein Minimum begrenzen können, so Sormunen.
Der EFG 430 kann, je nach Ausführung, Hubhöhen mit 7.000 Millimeter erreichen und verfügt über eine Tragfähigkeit von 3.000 Kilogramm. Das gut fünf Tonnen schwere Gerät bringt es auf Geschwindigkeiten von 20 Kilometern in der Stunde die Hubgeschwindigkeit beträgt 0,60 Meter pro Sekunde (0,50 mit Last), die Senkgeschwindigkeit 0,56 (0,58 mit Last). "Nicht nur mit diesen Fahr- und Hubgeschwindigkeiten, sondern auch auf Grund seines sehr guten Beschleunigungs- und Steigvermögens", sagt Lars Hultin, "kann der EFG 430 es in Sachen Umschlagleistung locker mit vergleichbaren Diesel- oder Treibgasstaplern aufnehmen."
Ergonomie: Verstellbare Lenksäule, großer Fußraum
Die funktionelle und ergonomische Gestaltung des Fahrerarbeitsplatzes sorgt für ein entspanntes und ermüdungsfreies Arbeiten auch über lange Schichten. Dazu gehören ein niedriger Aufstieg und ein großer, ebener Fußraum mit Kfz-üblichen Pedalen, aber auch eine verstellbare Lenksäule sowie Komfortsitze und freie Sicht über Hubgerüst und Gabelträger. Hinzu kommt das so genannte Floating Cab. Dabei handelt es sich um ein schwingend gelagertes Fahrerplatzmodul. Dieses dämpft Stöße und Erschütterungen wirkungsvoll ab.
Aktive Sicherheit: Automatische Bremse und Curve Control
"Bremse treten" heißt es nur im Notfall. Lediglich in Extremsituationen, wenn beispielsweise andere Stapler oder Fußgänger plötzlich die Fahrbahn kreuzen, kommt die hydraulische Lamellenbremse ins Spiel. Diese arbeitet verschleiß- und wartungsfrei. Sie bietet zudem durch ihre feuchtigkeitsresistente Kapselung bei jeder Wetterlage ein optimales Bremsverhalten.
Das hydrostatische Fahrverhalten des Staplers gewährleistet die vollständige und verschleißfreie Geschwindigkeitsreduzierung durch elektromotorisches Abbremsen. Nimmt der Fahrer, beispielsweise auf der Rampe den Fuß vom Gas, bleibt das Fahrzeug stehen – ohne dass die Bremse betätigt werden muss. Die Feststellbremse fällt, sobald der EFG zum Stillstand kommt, automatisch ein. Ein Mehr an Sicherheit sowie ein leichteres Handling des Elektrostaplers sind die Folge.
Eine zusätzliche Sicherheit bei Kurvenfahrten wird mit "Jungheinrich Curve Control" erreicht. Durch dieses Sicherheitssystem verringert sich die Gefahr eines Aufschaukelns oder gar Umkippens des Staplers. Je nach Lenkradeinschlag wird die Geschwindigkeit bei einer Kurvenfahrt automatisch reduziert. Dieses System greift unabhängig von dem gewählten Fahrprogramm ein. Die auf Fahrer sowie Fahrzeug, Last und Ladung einwirkenden Fliehkräfte bleiben auf einem konstant niedrigen Niveau.
Kooperation mit Jungheinrich: Gestellte Anforderungen erfüllt
"Die Hauptidee an unserem logistischen Konzept war", so Kimmo Sormunen, "dass wir alles selber machen können und alles so einfach wie möglich ist." Auch in dieser Hinsicht sei Jungheinrich exakt auf die gestellten Anforderungen eingegangen. Das Vorhaben, bis 2008 alle Fahrzeuge durch neue ersetzt zu haben, sei sehr realistisch. Die Kooperation mit dem deutschen Unternehmen, wofür es auch einen Gruppenvertrag mit Carlsberg gibt, so Sormunen weiter, "unterstützt uns in unserem strategischen Ziel, unseren Marktanteil von etwa 45 Prozent zu halten und auszubauen."



