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Einfahrregale für effektiven Warenumschlag

Die Jungheinrich AG errichtet für den Garten-Center-Betreiber Dehner in Rain ein neues Fertigwarenlager mit integrierter Produktion. Das Projekt wurde in zwei Bauabschnitte unterteilt.

Die Keimzelle von Dehner liegt in einer kleinen Samenhandlung. Diese wurde 1947 von Georg und Albertine Weber, geborene Dehner, gegründet. Der kontinuierliche Aufbau des Kleinunternehmens hat Dehner expandieren lassen. Heute ist das Garten-Center mit etwa 100 Märkten in nahezu ganz Deutschland und Österreich vertreten. Dehner setzt jährlich etwa 600 Millionen Euro um und beschäftigt rund 5.000 Mitarbeiter. Der Hauptsitz des Garten-Center-Betreibers liegt im bayerischen Rain am Lech. Hier befindet sich auch das Logistik-Zentrum, von dem aus die Warenversorgung aller Märkte gesteuert wird.

Die ständige Expansion des Unternehmens hatte selbstverständlich auch Einfluss auf die innerbetriebliche Logistik. "Für unsere Hartwaren wurden in den vergangenen Jahren zunehmend Flächen benötigt", erinnert sich Franz Peteratzinger, Geschäftsbereichsleiter Technischer Betrieb und Logistik bei Dehner. Auf Grund der Tatsache, dass Produktion und die daraus resultierenden Fertigwaren "in der Vergangenheit sehr stark in unsere Logistikflächen hineingewachsen sind, mussten wir nach Lösungen suchen, wie wir dieses Flächen von Produktion und Fertigwaren befreien können." Die dann frei werdenden Flächen sollten für die Expansion im Marktbereich genutzt werden. "Daraus ist der Entschluss entstanden, eine separate Produktionshalle mit Fertigwarenlager errichten zulassen", so der Logistikleiter weiter.

Fertigwaren: Hoher Mitteleinsatz für Auslagerungen in der Vergangenheit

Ursprünglich war Dehner davon ausgegangen, das Objekt in seiner Gesamtheit zu realisieren, aber schließlich habe man sich auch aus Zeitgründen für zwei Bauabschnitte entschieden. In der Vergangenheit seien sehr viele Mittel für die Auslagerung von Fertigwaren beansprucht worden. "Wir haben jährlich annähernd eine halbe Millionen Euro hierfür ausgegeben", erzählt Franz Peteratzinger. Daher sei es wichtig gewesen, möglichst schnell Kapazitäten aufzubauen, um die kostenintensiven Auslagerungen zu vermeiden.

Dies ist durch die Teilung des Projekts gelungen. Der erste Bauabschnitt beinhaltete die Errichtung eines Fertigwarenlagers mit insgesamt 25.000 Palettenplätzen. Dieser ist in fünf Hallenschiffe unterteilt, hat eine Ausdehnung von 180 x 45 Metern und wurde Ende 2005 in Betrieb genommen. Unmittelbar neben dem ersten Bauabschnitt entsteht derzeit ein zweiter Komplex, dessen Fertigstellung für Ende 2006 geplant ist. Die in diesem Gebäude integrierte Produktionsanlage soll im Frühjahr 2007 in Betrieb gehen.

Das gesamte Projekt wurde zunächst von Dehner inhouse vorangetrieben, "ohne Berater", wie Peteratzinger betont. An Anfang stand dabei eine Ist-Aufnahme und in diesem Zusammenhang auch die Frage nach den benötigten Flächen. Danach erfolgte die konzeptionelle Planung bis hin zum Layout. "Hinsichtlich der Regalplanung war ursprünglich der Einsatz von hochwertiger Technik vorgesehen", erinnert sich Franz Peteratzinger.

Einfahrregal: Garant für bis zu 8.000 Auslagerungen in 48 Stunden

Nach vielen "Vor-Ort"-Besichtigungen vergleichbarer Anlagen hat man sich jedoch bei Dehner nicht für eine technisch aufwändige Automatisierung entschieden, sondern für eine vergleichsweise simple Einfahrregallösung. "Eine Automatisierung ist bei einer Warenbewegung ohne große Schwankungen sinnvoll", so Wolfgang Hell, Leiter Logistik Hartware bei Dehner. "Wenn man in Spitzenzeiten jedoch bis zu 8.000 Paletten innerhalb von 48 Stunden auslagern muss, dann sei die Lösung mit den Einfahrregalen deutlich besser", erläutert der Logistikfachmann. So habe man hier die Chance, mit einer hohen Anzahl von Staplern die Ware aus den Regalen zu ziehen und zur Verladung bereitzustellen. Entsprechend wurde das Projekt öffentlich ausgeschrieben.

Bei der Auswertung der Ausschreibung stand die Qualität ganz oben auf der Prioritätenliste von Dehner. "Bei vergleichbarer Qualität war natürlich auch der Preis ausschlaggebend", erzählt Franz Peteratzinger. Nach mehreren Verhandlungsrunden ging der Zuschlag schließlich an die Jungheinrich AG. Neben den Faktoren Qualität und Preis habe aber auch die Zuverlässigkeit des Hamburger Unternehmens, so der Prokurist weiter, für die Vergabe gesprochen. Darüber hinaus sei die langjährige positive Erfahrung mit Jungheinrich ebenfalls für die Entscheidungsfindung wichtig gewesen.

Die Einfahrregale von Jungheinrich seien optimal für die Lagerung großer Gütermengen bei einer geringen Anzahl unterschiedlicher Artikel geeignet. Sie verfügen über eine offene Bedienungsseite, von denen aus die Gabelstapler direkt in das Regal hineinfahren. Die Gänge werden von hinten nach vorn gefüllt. Zusätzliche Bedienungsgänge sind nicht erforderlich.

Jungheinrich-Einfahrregale: Hoher Raumnutzungsgrad im Lager

Diese Art an Regalen verbindet die Vorteile der Blocklagerung mit denen der Regalstapelung. Das bedeutet in der Praxis einen hohen Raumnutzungsgrad bei einer Stapelhöhe von acht Metern bzw. fünf Fächern. Durch die druckfreie Regalstapelung wird das Lagergut geschont. Zudem sind Einfahrregale bei Bedarf leicht ausbaufähig.

In dem Lager sorgen für diesen Einsatzfall drei entsprechend modifizierte Jungheinrich-Schubmaststapler vom Typ ETV 214 für einen effektiven Warenumschlag. Die Geräte sind nicht einem speziellen Hallenschiff zugeordnet, "sondern sie werden da eingesetzt, wo sie gebraucht werden", so Hell. Im Bedarfsfall können aber weitere Stapler aus dem Bestand an Flurförderzeugen, der am Stammsitz Dehners in Rain etwa 650 Stück umfasst, abgezogen werden. "Hier sind wir sehr flexibel."

Endkonzeption: Produktion und Fertigwarenager unter einem Dach

Bis zur Übergabe des zweiten Bauabschnitts Ende 2006 wird der erste Komplex mit seinen fünf Hallenschiffen komplett als Fertigwarenlager genutzt. "In der Endkonzeption wird es so sein", erzählt Franz Peteratzinger, "dass der Gesamtkomplex aus zehn Hallenschiffen besteht, wobei dann drei Hallenschiffe für das Fertigwarenlager zur Verfügung stehen." Ein Hallenschiff ist als Verpackungslager vorgesehen. Die beiden vorderen, nach Süden gerichteten Hallenschiffe, werden nach der Fertigstellung den Wareneingang und Warenausgang beinhalten. "Hinzu kommt ein Hallenschiff für das Detaillager unseres Großhandels sowie die restlichen drei für die Produktionsmaschinen einschließlich Silotechnik."

Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf etwa 14 Millionen Euro. "Zu dieser Investitionssumme haben wir die Einsparungen ganz klar definiert", so Franz Peteratzinger. So sollen durch den Betrieb der beiden Bauabschnitte nach deren Fertigstellung per anno jeweils eine halbe Millionen Euro eingespart werden. Der Dehner-Logistikchef ist sich sicher: "Damit finanzieren wir das Projekt!"

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