Kaiser´s Tengelmann AG setzt auf Flurförderzeuge von Jungheinrich
Für die Lagerspiele in seinem neuen Logistikzentrum Berlin nutzt die Kaiser´s Tengelmann AG Schubmaststapler von Jungheinrich. Ausgestattet mit Farbbildkameras, beweisen sie einen "sicheren Blick", auch wenn sie in großen Hubhöhen ein- und auslagern. Zu den weiteren Vorteilen der Flurförderzeuge gehört eine 360-Grad-Lenkung für Fahrtrichtungswechsel ohne Stillstand. Darüber hinaus stehen die Schubmaststapler, zusammen mit Paletten- und Einschubregalen, für Flexibilität sowie für einen schnellen Umschlag und einen hohen Raumnutzungsgrad.
Als sich die Kaiser´s Tengelmann AG entschloss, mitten in der Hauptstadt ein Logistikzentrum bauen zu lassen, stand eine wirtschaftlichere Versorgung von 153 Kaiser's Filialen im Großraum Berlin im Vordergrund. Durch die Konzentration der drei bisherigen Standorte auf ein Lager in Berlin-Mariendorf schuf das Unternehmen ideale Voraussetzungen für die effiziente Distribution von Molkereiprodukten, Obst und Gemüse sowie von Waren aus dem Trockensortiment. Außerdem bietet das in drei Temperaturzonen eingeteilte Logistikzentrum optimale Bedingungen im Hinblick auf die Frische der Erzeugnisse.
Mit den kurzen Wegen zu den Märkten schöpft Kaiser´s Tengelmann erhebliche Rationalisierungspotenziale aus, denn sämtliche Filialen müssen an sechs Tagen pro Woche angefahren werden. Die gesamte monatliche Umschlagmenge beträgt, bezogen auf alle Sortimente, zirka 60.000 Paletten. Hochgerechnet auf ein Jahr entspricht das Warenmengen im Gewicht von rund 289.000 Tonnen. Es gab aber noch weitere gute Gründe für die Standortwahl. „Wir wollten unsere Logistik und Verwaltung unbedingt im Herzen der Stadt ansiedeln. Da unsere Kunden in Berlin leben und arbeiten, sollten dort auch die Investitionen getätigt und die Arbeitsplätze gesichert werden", erläutert Heinrich Gerads, nationaler Logistikleiter bei der Kaiser´s Tengelmann AG, die Entscheidung.
Flexibles Lagerkonzept
Das Lagerkonzept wurde exakt auf die Vielfalt des Produktspektrums abgestimmt. „Für A- und AA-Artikel sind hohe Umschlaggeschwindigkeiten und Raumnutzungsgrade erforderlich", sagt Peter Koy, verantwortlich für die Lagerorganisation und den technischen Einkauf des Betreibers. „Deshalb liegen diese Erzeugnisse auf Blocklagerflächen oder in Einschubregalen mit Rollentechnik. Die Einschubregale sind zudem für Waren prädestiniert, die sich nicht oder nur eingeschränkt direkt aufeinander stapeln lassen. Ferner geben sie uns die Möglichkeit, die Hallenhöhe voll zu nutzen. Abgesehen davon stellen sie in Verbindung mit Schubmaststaplern eine flexible und schnelle Lösung dar, die unser früheres Schmalganglager nicht bot."
Die Flexibilität ist Kaiser´s Tengelmann wichtiger als ein noch besserer Raumnutzungsgrad, vor allem in Spitzenzeiten. Insofern ist es wesentlich, dass die Schubmaststapler die Vorteile der Einschubregale unterstützen, indem sie die Lagerspiele wendig und zügig sowie mit geringem Gangbreitenbedarf ausführen. Überdies müssen sie auch in den oberen Ebenen sicher ein- und auslagern. Dabei wird die Schnelligkeit der kompakten ETV 214 aus der jüngsten Generation der Jungheinrich-Schubmaststapler noch durch eine patentierte Mastvorschubdämpfung gesteigert. Das Verfahren reduziert die Hubgerüstschwankungen um 80 Prozent. Daher beruhigt sich der Mast innerhalb von drei Sekunden.
Ein besonderer Clou ist die 360-Grad-Lenkung für rasche Fahrtrichtungswechsel ohne Stillstand, für die man keinen Fahrtrichtungstaster mehr drücken muss. Wie die Mitarbeiter des Betreibers bestätigen, können sie dadurch beispielsweise schneller in Paletten einfädeln. Da in die ETV 214 auch über eine 180-Grad-Lenkung verfügen, lassen sie sich mit Knopfdruck auf die jeweils andere Variante umstellen.
Ein weiteres Highlight der bei Kaiser´s Tengelmann eingesetzten Schubmaststapler sind die Farbbildkameras, die Jungheinrich an allen Gabeln angebracht hat. Jede Kamera ist mit dem betreffenden Bordcomputer verbunden, der die Bilder auf einem großflächigen TFT-Bildschirm präsentiert. Diese Technik erleichtert das Ein- und Auslagern spürbar, denn der Fahrer sieht zum Beispiel deutlich, wie er in gut zehn Meter Höhe mit den Gabeln in eine Palette hineinfährt. Weil wegen der Anbindung an den Bordcomputer und dessen Bildschirm zudem kein zweites Display benötigt wird, bleibt die Sicht des Fahrers unverbaut. Alternativ kann man mit der integrierten Hubhöhenvorwahl arbeiten, durch die der Stapler den gewünschten Palettenplatz auf Knopfdruck automatisch ansteuert. Beide Verfahren gewährleisten schnelle und sichere Abläufe.
Variable Aufnahmekapazität
Die nach dem Prinzip "First in - last out" konzipierten Einschubregale sind auch einzeln betrachtet schon flexibel, denn ihre Aufnahmekapazität lässt sich durch unterschiedliche Kanaltiefen variieren, die den Abmessungen von zwei bis fünf Paletten entsprechen. Hebt ein Schubmaststapler eine der im Gewicht von maximal 1.000 Kilogramm beladenen Paletten aus einem Kanal, rollen die dahinter stehenden vor. Damit sie hierbei nicht zu stark an die mechanische Anschlagkante am Kanalende stoßen, werden sie vorher von Bremsrollen verlangsamt.
Die Waren liegen in den Einschubregalen auf Europaletten 1.200 x 800 Millimeter) und auf Düsseldorfer Paletten (800 x 600 Millimeter). Für die Düsseldorfer Paletten ließ der Betreiber den Abstand der Bremsrollen ausreichend verkürzen, um genug Sicherheit garantieren zu können. B-Artikel liegen in Mehrplatzregalen. Die Schubmaststapler lagern Nachschub in die Einschub- und Mehrplatzregale ein und versorgen von dort aus die Kommissionierplätze, die sich jeweils in den unteren Regalebenen befinden. Zum Zusammenstellen der Filialaufträge verwendet Kaiser´s Tengelmann Horizontal-Kommissionierer ECE 220.
"Die Abläufe steuert ein Lagerverwaltungssystem via Datenfunk", erklärt Peter Koy. "Da unsere Mitarbeiter alle Vorgänge durch Scannen quittieren, profitieren wir von einer Fehlerquote nahe null und von einer höheren Lieferqualität. C-Artikel bevorraten wir nur am Standort Nieder-Olm bei Mainz. Sie werden dort kommissioniert und dann nach Berlin gesandt, wo wir sie den Aufträgen im Crossdocking beistellen."
Technischer Vorsprung
Jungheinrich lieferte die kompletten Regalanlagen inklusive der Einschubregale in Rollentechnik, 14 Schubmaststapler ETV 214, 60 Horizontal-Kommissionierer ECE 220 und eine Lagerbühne. Darüber hinaus nutzt das Unternehmen weitere Flurförderzeuge desselben Herstellers, die schon an den alten Standorten im Einsatz waren.
Zu den Vorzügen der neuen ETV 214 zählen gleichermaßen die ausschließlich aus kalt gezogenem Stahl produzierten Mastprofile, deren Stabilität zu einer sehr langen Lebensdauer beiträgt, die in sämtlichen Antrieben eingesetzte, Leistung steigernde Drehstromtechnik, der Multi-Pilot als zentraler Bedienhebel sowie eine ausgefeilte Ergonomie. Ebenfalls hervorzuheben ist, dass der Seitenschieber auf Knopfdruck automatisch in seine mittlere Position zurückgeht. Dementsprechend funktioniert auch die Gabel hinsichtlich ihrer Waagerechtstellung zum Boden.
Jungheinrich hat bei den Schubmaststaplern und Kommissionierfahrzeugen derzeit einen deutlichen technischen Vorsprung. Davon ist Peter Koy, der die Flurförderzeug-Technik-Szene seit Jahren beobachtet und viele Wettbewerbsgeräten testete, überzeugt. Dem Vergabeteam fiel es deshalb leicht, diese Flurförderzeugtypen bei Jungheinrich zu bestellen. Zu der Entscheidung trug auch das günstige Preis-Leistungs-Verhältnis bei.
Im Hinblick auf die ECE 220 erwähnt Kaiser´s Tengelmann besonders die Drehstromtechnik, die hohe Beschleunigungswerte und Endgeschwindigkeiten erlaubt, sowie den Jet-Pilot, der den zum Lenken notwendigen Kraftaufwand minimiert und kleine Deichseleinschläge in große Lenkausschläge übersetzt. Hinzu kommen ein niedrigerer Einstieg, weitere ergonomische Vorzüge und gute Sichtverhältnisse. Ferner hebt der Betreiber hervor, dass die Fahrer keine Schlüssel mehr benötigen, weil sie die Geräte mit Hilfe von PIN-Codes aktivieren. Diese technischen Vorteile sind wichtig, damit die Fahrer viel leisten können. Zumal sie im Lager im Leistungslohn arbeiten und sich dabei wohl fühlen sollen.
Zu den Pluspunkten der Horizontal-Kommissionierer, deren Tragfähigkeit 2.000 Kilogramm beträgt, gehört auch eine hohe Batteriekapazität. Sie reicht, wie bei den Schubmaststaplern, für zwei verlängerte Schichten von sechs bis 23 Uhr. Außerdem lassen sich die verwendeten Batterien, die mit Hochfrequenz-Ladetechnik versehen sind, nach links, rechts und oben wechseln. Wegen der langen Einsatzdauer der Batterien entfallen überdies die Investitionen und der Platzbedarf für Wechselbatterien.
Teamfähigkeit bewiesen
Die Planungsverantwortung lag bei einer Projektgruppe, geleitet von Heinrich Gerads, und einer übergeordneten Steuerungsgruppe. Im Rahmen der Projektarbeit wurden die lagertechnischen Lösungen unter maßgeblichem Mitwirken von Peter Koy und den Praktikern aus Berlin entwickelt. Jungheinrich hat die Planung bereits in einem frühen Stadium durch seine leistungsstarken Vertriebszentren Dortmund und Berlin kompetent unterstützt.
"Mit den Ergebnissen der Umstrukturierung sind wir sehr zufrieden", zieht Peter Koy ein Fazit. "Durch die Konzentration auf einen Standort und den Einsatz modernster Technik erhöhten wir den Raumnutzungsgrad und steigerten die Umschlaggeschwindigkeit. Darüber hinaus konnten wir die Bestände reduzieren. Außerdem haben wir, aufgrund von Synergieeffekten, die Overhead- und Mietkosten abgebaut. Die Auswahl der Flurförderzeuge und Regalanlagen erfolgte mit dem Ziel, möglichst den letzten Stand der Technik einzusetzen. Beispiele sind die Farbbildkamera, die Gabelneigung und der Jet-Pilot. Sonst hätten wir bei einer üblichen Gerätelaufzeit von zehn Jahren lange auf diese innovativen Techniken verzichten müssen. Jungheinrich hielt auch sämtliche Liefer- und Montagetermine ein, obwohl diese, wegen unseres Tags der offenen Tür und der Einweihungsfeier, ganz eng vorgegeben waren."


