Raab Karcher, 1848 als Kohlenhandel gegründet, firmiert heute unter Saint-Gobain Building Distribution Deutschland GmbH. Das Handels- und Dienstleistungsunternehmen mit Sitz in Frankfurt am Main ist Marktführer im Bereich Baustoffe, Fliesen sowie Tiefbau und führt den Namen Raab Karcher als Marke weiter. In Bad Mergentheim sind 18 feste Mitarbeiter für Raab Karcher tätig. Das Produktspektrum umfasst dort Material für den Tief-, Aus- und Hochbau, für die Geschäftsfelder Dach und Fliese sowie Baugeräte und Werkzeuge. Das Unternehmen ist eine Tochtergesellschaft der Saint-Gobain S.A., Paris, die mit mehr als 200.000 Beschäftigten (2008) zu den größten Industriekonzernen der Welt zählt.
Anforderungen des Baustofffachhandels erfüllt
Dichtes Schneetreiben über dem Hof des Raab Karcher Baustofffachmarktes in Bad Mergentheim. Der Dieselstapler DFG 430s schiebt den weißen Niederschlag in einer Ecke zusammen. Dabei bewähren sich die Stollenreifen des Fahrzeugs, die sogar unter rutschigen Bedingungen eine gute Traktion garantieren. „Natürlich hat der Stapler primär andere Aufgaben“, betont Klaus Roth, Niederlassungsleiter der Raab Karcher Baustofffachhandlungen Bad Mergentheim, Schweinfurt und Würzburg. „Dazu gehören vor allem das Be- und Entladen von Lkw sowie die Lagerspiele in den Regalbereichen und auf den Blocklagerflächen des Freigeländes.“ Weil der Stapler ausschließlich draußen fährt, trägt der Spritzwasserschutz (IP 64) für seine elektronische Fahr- und Hydrauliksteuerung, die via CAN-Bus kommuniziert, zu einer hohen Verfügbarkeit bei.
Der mit einem Zinkenverstellgerät auf Klammerkörperbasis ausgestattete DFG 430s nimmt Paletten in verschiedenen Breiten auf. Zudem hebt er einzelne Lagen von den Ladungsträgern, indem er das Material seitlich zwischen seine Gabelzinken klemmt. Ein Beispiel dafür sind Dämmstoffe aus Mineralwolle. Darüber hinaus transportiert der mit einer Tragfähigkeit von 3 t und einer Hubhöhe von 7 m versehene Dieselstapler Big-Bags, die er an ihren Schlaufen anhebt, und Schachtbauteile, für die eine spezielle Aufnahmevorrichtung bereitsteht. Auch der Transport von Schüttgut mithilfe einer Muldenschaufel zählt zu seinen Aufgaben. Obendrein verwendet der Betreiber das Flurförderzeug als Zugmaschine für Anhänger.
Stark auf kurzen Strecken
Saint Gobain Building Distribution Deutschland hat sich für einen Stapler mit hydrostatischem Antrieb entschieden, da das Fahrzeug am Lkw und an den Regalen häufig reversieren muss. Eine passende Wahl, denn die wesentliche Stärke von Hydrostaten liegt in dauerhaft hohen Umschlagleistungen auf kurzen Strecken mit vielen Richtungswechseln. Hinsichtlich der Spurtfähigkeit und der dynamischen Beschleunigung aus dem Stand heraus haben sie einen klaren Vorsprung gegenüber Wandlern der gleichen Klasse. Ein Vorteil ist auch, dass sich die Fahrgeschwindigkeit exakt steuern lässt, weil die Geräte „am Gas hängen“. Außerdem sind die Motoren der Jungheinrich-Hydrostaten, die aus der deutschen Automobilindustrie stammen, aufgrund ihrer elektronischen Steuerung präziser und leiser, und sie verbrauchen deutlich weniger Energie als die entsprechender Wandler.
Der Betreiber kann die Leistungscharakteristik unter 5 vordefinierten Programmen wählen. Von eingeschränkter Beschleunigung und Geschwindigkeit und der daraus resultierenden Energieeinsparung bis hin zu maximalen Umschlagsleistungen. Bei Raab Karcher in Bad Mergentheim erfüllt der Dieselstapler die anfallenden Aufgaben am effizientesten in der höchsten Stufe.
Enger Wendekreis
Seinen Betrieb hat der DFG 430s Mitte Januar 2010 aufgenommen. „Wir haben das Fahrzeug geleast, weil dies für uns günstiger ist als eine Investition“, erläutert Arthur Martin, Projektleiter Stapler Fuhrparkmanagement der Saint-Gobain Building Distribution Deutschland GmbH. „Da wir hier am Standort einschichtig arbeiten, rechnet sich auch kein Rental.“
Als an dem früher genutzten Flurförderzeug eines anderen Herstellers Reparaturen notwendig geworden sind, hat Raab Karcher zunächst 4 Monate lang ein Vorführgerät getestet. Im Gegensatz zum bisherigen Lieferanten ist Jungheinrich in der Lage gewesen, dem Baustofffachmarkt sofort nach dem Ausfall des alten Fahrzeugs und bis zur Inbetriebnahme des neuen Staplers einen Hydrostaten mit der geforderten Tragfähigkeit zur Verfügung zu stellen. „Dadurch konnten wir diese Phase komplett mit einem optimalen Testgerät überbrücken“, so Klaus Roth. „Wir sind auf einen Stapler angewiesen, zumal wir ihn in saisonal starken Zeiten ständig einsetzen.“
Beim Rundgang über das Freigelände deutet Roth auf den DFG 430s, der zwischen 2 Regalreihen lange Rohre aus einem Kragarmregal auslagert. „Verglichen mit dem Wettbewerbsgerät ist der Dieselstapler von Jungheinrich kürzer. Dadurch hat er einen engeren Wendekreis und kann im Außenbereich in den Regalgassen drehen.“
Schutz vor Wind und Wetter
Eine rundum geschlossene Komfortkabine, mit Heizung, schützt den Fahrer vor Wind und Wetter. In der Kabine, bei der es sich um die größte am Markt erhältliche in der Klasse des DFG 430s handelt, findet er einen geräumigen, ergonomischen Arbeitsplatz vor. Selbst beim Auf- und Absteigen genießt der Bediener höchste Bewegungsfreiheit. Zusätzlich profitiert er von spürbar reduzierten Vibrationen und von minimierten Humanschwingungen. Zu den ergonomischen Vorteilen gehört auch die in ihrer Höhe und Neigung verstellbare, schlanke Lenksäule mit Memoryfunktion. Außerdem hat Jungheinrich den DFG 430s für Raab Karcher mit einer Doppelpedalbedienung ausgerüstet. Der Fahrer hebt ferner die oben und unten an der Frontscheibe angebrachten Gebläse sowie die Leselampe hervor, die er zum Ändern von Lieferscheinen benötigt. Er steuert den Stapler über den MULTI-PILOTEN, der neben dem Comfort Display und der Bedienkonsole in die mitschwingende, vertikal und horizontal einstellbare rechte Armlehne integriert ist.
Umfassende Sicherheitsausstattung
Der Hydrostat bietet bereits serienmäßig eine umfassende Sicherheitsausstattung. Beispiele dafür sind die deaktivierten Hydraulikfunktionen bei nicht besetztem Sitz und die automatische Feststellbremse, die ein unkontrolliertes Zurückrollen auf Steigungen verhindert. Hinzu kommt eine hohe Fahrstabilität, die auf einem extra tiefen Geräteschwerpunkt beruht. Optional sind Systeme zur Zugangskontrolle sowie für verringerte Fahrgeschwindigkeiten in Kurven und bei angehobener Last lieferbar. Auch die Neigegeschwindigkeit des Hubmastes lässt sich, abhängig von Last und Hubhöhe, automatisch senken.
Abgesehen davon tragen das Hubgerüst des Flurförderzeugs mit seinen schlanken Profilen und dem hinten liegenden Hubzylinder sowie das spezielle Design der Pultwand zu einer guten Sicht auf die Last und die Gabelspitzen und damit zur Sicherheit bei. Michael Wülk, Lagerist und Staplerfahrer, öffnet die Tür der Komfortkabine. „Verglichen mit unserem alten Gerät ist die Rundumsicht beim neuen Stapler besser. Und das strebenfreie Sichtfenster im Fahrerschutzdach erlaubt einen nahezu freien Blick nach oben.“
Durchgängiger Materialfluss
Außer dem Dieselstapler nutzt der Raab Karcher Baustofffachmarkt einen Schubmaststapler ETV C20 von Jungheinrich. Das mit Superelastikreifen für den kombinierten Innen- und Außeneinsatz ausgestattete Fahrzeug lagert in der Halle Material ein und aus, weil die Regale dort für den DFG 430s zu eng nebeneinander stehen. Zudem entlädt der Schubmaststapler auf dem Hof Lkw, wenn das Transportgewicht maximal 2 t beträgt. Daraus ergibt sich ein durchgängiger Materialfluss, der eine Übergabe vom Diesel- an den Schubmaststapler erübrigt.



