Die Abläufe sind eingespielt und effizient. Ein Schmalgangstapler nimmt eine der Paletten auf, die an der Stirnseite des Regals bereitstehen. Er schwenkt seine Gabel so, dass er den aufgenommenen Ladungsträger längs einlagern kann. Anschließend fährt er in die Gasse und stellt die Ware in das Regal.
Blickt man in den benachbarten Gang, sieht man wie der zweite Kombistapler seine Bedienkabine zusammen mit dem Lastaufnahmemittel nach oben fährt und eine Palette auslagert. Dann übergibt er die Ware mit seiner verlängerten Schwenkschubgabel sicher an eine Rollenbahn, die für den Transport in die Kommissionierung zuständig ist.
Die beiden mechanisch geführten Elektro-Kommissionier-Dreiseitenstapler EKX 515k von Jungheinrich übernehmen seit Frühjahr 2007 die Lagerspiele im Hochregallager des Logistikzentrums der Bremer Hachez Chocolade GmbH & Co. KG im Bremer Stadtteil Huchting. Jedes der beiden Fahrzeuge verfügt über eine Tragfähigkeit von 1.500 Kilogramm und bewegt am Tag rund 500 Paletten.
Das etwa 5.000 Quadratmeter große Hochregallager hat in seinen zehn Gassen Platz für 4.400 Paletten. Gelagert wird chaotisch bis zu einer oberen Ablagehöhe von acht Meter. Als Ladungsträger für die mit Schokolade und Pralinés gefüllten Kartons dienen Europaletten. Weitere 6oo Plätze findet man in den Kommissionierregalen. Je nach Saison beschäftigt Hachez in seinem Zentrallager 23 bis 35 Mitarbeiter im Ein- bis Drei-Schicht-Betrieb.
"Wir haben uns für Schmalgangstapler von Jungheinrich entschieden, weil dieser Hersteller eine neue Fahrzeuggeneration angeboten hat und uns modernste Technik liefern konnte“, betont Diplom-Ingenieur Walter Krupp, Leiter Verpackung, Lager und Qualitätswesen bei Hachez. „Natürlich hat auch das Preis-Leistungs-Verhältnis gestimmt. Um die Entscheidung endgültig abzusichern, haben wir Schmalgangstapler mehrerer Marken getestet und dabei die Meinung unsere Fahrer eingeholt.“
Intelligentes Staplermanagement
Jungheinrich setzt beim EKX 515k auf ein bisher einmaliges intelligentes Staplermanagement durch RFID-Lagernavigation. Gerold Schlemminger, Leiter des Hachez-Zentrallagers, zeigt beim Rundgang auf einen der Kombistapler, der sich gerade auf die Gassenausfahrt zu bewegt und seine Geschwindigkeit reduziert.
"Zur RFID-Bodensteuerung gehören Transponder, die der Stapler automatisch liest. Bevor er auf das Lagervorfeld hinausfährt, erhält er von dem betreffenden Transponder das Signal, auf Schleichfahrt zu schalten. Am anderen Ende der Gasse stoppt er vor der Rollenbahn, auf der er die Paletten abstellt. Dort reagiert auch die Hubhöhenbegrenzung des Staplers, damit er nicht die technische Einrichtung über dem Förderer beschädigt."
Mithilfe der Transponder erkennt die Staplersteuerung, ob der EKX 515k in den Gang eingefahren ist. Ebenfalls mit Unterstützung der Transponder misst sie permanent die Wegstrecke. Die Fahr- und Hubabschaltung lässt sich via RFID für jede der 40 Meter langen Gassen unterschiedlich regeln. „Gegenüber den bislang verwendeten Magneten bietet RFID erhebliche Vorteile.“ Walter Krupp bleibt stehen und deutet in einen Gang. „Wir profitieren heute von mehr Sicherheit, einer höheren Flexibilität bei Umprogrammierungen sowie von einem geringeren Installationsaufwand.“
Module steigern Flexibilität
Jungheinrich hat den EKX 515k so ausgelegt, dass er in der Lage ist, nicht nur mit dem Boden, sondern auch mit dem Lagerverwaltungssystem zu kommunizieren. Erhält die Staplersteuerung vom Lagerverwaltungssystem einen Ein- oder Auslagerauftrag, muss ihn der Fahrer nur noch bestätigen. Basis für die Lagernavigation sind die Module Horizontalpositionierung, Hubhöhenvorwahl und Stapelautomatik. Ein mit diesen Modulen ausgerüsteter Kombistapler fährt, nach Freigabe durch den Bediener, auf kürzestem Weg und mit optimaler Geschwindigkeit automatisch die vorgegebene Regalposition an. Jungheinrich geht davon aus, die Umschlagleistung durch das intelligente Staplermanagement um etwa 15 Prozent steigern zu können.
Der EKX 515k lässt sich durch die Module flexibel auf die Anforderungen des Betreibers abstimmen. Unter anderem indem man das Modul Bodentopologie, über das die Steuerung die bereichsabhängige Hub- und Fahrabschaltung regelt, und das Modul RFID-Bodensteuerung kombiniert. In ihrem Zusammenspiel passen die beiden Module die Geschwindigkeitsprofile des Staplers den Bodenverhältnissen der jeweiligen Gasse an und berücksichtigen dabei die bei der Wegmessung ermittelten Daten. Folglich wird die Sicherheit erhöht und empfindliche Ware geschont. So kann man zum Beispiel auf einen stellenweise schlechten Boden reagieren, ohne das Tempo im gesamten Gang reduzieren zu müssen. Als Grundlage dafür hinterlegt man einfach die Bodentopologie sowie die daraus resultierenden Geschwindigkeitsanpassungen im Speicher der Staplersteuerung. Über einen USB-Stick ist es zudem möglich, diese Informationen von einem Masterfahrzeug an andere Geräte weiterzugeben.
Hohe Leistungsfähigkeit
Da Jungheinrich den EKX 515k mit 80-Volt-Drehstromtechnik der dritten Generation versehen hat, erzielt das Flurförderzeug beachtliche Umschlagleistungen und dynamische Bewegungsabläufe bei niedrigerem Energieverbrauch. Hohe Drehmomente garantieren eine starke Beschleunigung sowie schnelle Hub- und dynamische Nebenbewegungen. Ferner erlauben sie das gleichzeitige Heben und Senken des Haupt- und Zusatzhubs. Zeit spart Hachez auch durch Diogonalfahrten und das synchrone Schwenken und Drehen der Gabeln im Lagervorfeld.
Jungheinrich hält aber noch weitere Optionen zur Leistungssteigerung des Kombistaplers bereit, der Geschwindigkeiten von bis zu zwölf Kilometern in der Stunde erreicht. Exemplarisch steht dafür das Modul Resttragfähigkeit plus. Bei dessen Einsatz stattet man den Stapler mit zwei aktiven Stabilisatoren aus, die beim Ein- und Ausstapeln automatisch ausfahren. Auf diese Weise wird er stabilisiert, sodass die Resttragfähigkeit in großen Höhen deutlich zunimmt. Dagegen lässt sich mit dem Modul Heben die Hubgeschwindigkeit auf bis zu 0,52 Meter in der Sekunde steigern und die Schwenkschubbewegung durch Lasterkennung beschleunigen.
Zu den wesentlichen Voraussetzungen für hohe Leistungen zählt auch das aktive Energie- und Batteriemanagement des Kombistaplers. Weil der EKX 515k beim regenerativen Abbremsen und beim Absenken der Last "doppelt" Energie zurückgewinnt, kann er spürbar länger mit einer Batterieladung fahren, beispielsweise bis zu zwei Arbeitsschichten bei normalem Betrieb. Ergänzend zur Rückgewinnung werden Energieflüsse, bezogen auf die jeweilige Aufgabe, vorausschauend optimiert, um Bedarfsspitzen vorzubeugen.
Komfortabler Arbeitsplatz
Oktay Kocak, Schichtführer im Zentrallager von Hachez, betritt die Kabine des EKX 515k, die in der neuen Gerätegeneration noch geräumiger ist, über einen großzügig dimensionierten Einstieg. Er setzt sich auf den gefederten, verstell- und klappbaren Komfortsitz, der Humanschwingungen minimiert und auf Wunsch mit Heizung und Lendenwirbelstütze ausgestattet wird. Dann legt er seine Arme auf die beidseitigen Lehnen und streckt seine Beine in dem großen Fußraum aus. „Der Stapler bietet einen bequemen Arbeitsplatz. Das ist wichtig, zumal unsere Fahrer täglich viele Stunden auf dem Gerät verbringen.“ Oktay Kocak zieht das elektrisch verstellbare Bedienpult zu sich heran. „Man kann das Pult – ohne Schrauben lösen zu müssen und damit ohne Zeitaufwand – vor- und zurückschieben. Weil das so einfach geht, nutzt jeder Fahrer diese Möglichkeit.“
Jungheinrich hat das Bedienpult, die zentrale Steuerungs- und Informationseinheit des Kombistaplers, mit innovativen Leistungsmerkmalen versehen. Beispiele dafür sind ein Zugangscode, über den der Mitarbeiter individuell angepasste Fahrprogramme abruft, sowie ein Farbdisplay und eine Folientastatur mit Ziffernblock. Die schalterlosen Sensoren registrieren die Berührung durch den Bediener und geben die Informationen an den Bordrechner weiter. Die Fahr- und Hydrauliksteuerung wird mit den Daumen betätigt. Neben dem schalterlosen Zweihand-Bedienkonzept stehen auch die sehr niedrige Schwenkschubführung und das Freihubgerüst, die eine hervorragende Sicht auf die Fahrbahn und die Last erlauben, für Komfort und Sicherheit. Möchte man mit dem EKX 515k in den Gassen kommissionieren, zeigen sich die Vorteile der hierfür installierten Kniestützen.
Offen für künftige Anforderungen
Bei einer Investition in Schmalgangstapler ist es für den Betreiber wichtig, eventuelle künftige Änderungen der Lagerstrategie in die Entscheidung einzubeziehen, um die Flurförderzeuge bei Bedarf anpassen zu können. Den Weg dafür ebnet Jungheinrich durch seinen Systembaukasten, der im Hinblick auf Kombistapler vielfältige, seit Jahren bewährte Konfigurationsmöglichkeiten erschließt und das Gerät folglich für kommende Anforderungen in der Lagerlogistik offen hält. Hierzu trägt auch das intelligente Fahrzeugmanagement mit seinem vom TÜV zertifizierten Steuerungs- und CAN-Bus-System bei, das überdies eine Reihe weiterer neuer Sicherheitsmerkmale bietet.



