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Stage Unternehmensführung
Erklärung zum 31. Dezember 2020*

Unternehmensführung

Börsennotierte Aktiengesellschaften müssen jährlich eine Erklärung zur Unternehmensführung abgeben und veröffentlichen, Konzernmuttergesellschaften auch für den Konzern.

Erklärung zur Unternehmensführung zum 31. Dezember 2020*

Diese Erklärung fasst die Erklärung zur Unternehmensführung der Jungheinrich AG gemäß § 289f HGB und die Konzernerklärung zur Unternehmensführung gemäß § 315d HGB zusammen.

Die Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289 f Absatz 1 Satz 2 und 315 d HGB ist das zentrale Instrument der Corporate Governance Berichterstattung (Grundsatz 22 des Deutschen Corporate Governance Kodex). Vorstand und Aufsichtsrat der Jungheinrich AG geben die Erklärung zur Unternehmensführung gemeinsam ab und sind jeweils für die sie betreffenden Berichtsteile zuständig. Die Erklärung zur Unternehmensführung enthält relevante Angaben der Jungheinrich AG zu Unternehmensführungspraktiken, eine Beschreibung der Arbeitsweise der maßgeblichen Gremien sowie die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG.

Corporate Governance bei Jungheinrich

Corporate Governance bedeutet bei Jungheinrich eine bewusst werteorientierte Unternehmensführung mit dem Ziel, auf allen Entscheidungsebenen des Unternehmens und seiner Tochtergesellschaften effizient, verantwortungsvoll und auf den langfristigen Unternehmenserfolg ausgerichtet zu entscheiden und zu handeln. Das Corporate-Governance-Verständnis von Jungheinrich orientiert sich dabei an den für das Unternehmen relevanten regulatorischen Rahmenwerken und internationalen Best Practices. Darüber hinaus sehen Vorstand und Aufsichtsrat in dem von der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex erarbeiteten Kodex eine wichtige Leitlinie für die nach innen und außen gerichtete Unternehmensführung. Die Empfehlungen und Anregungen des Kodex haben Vorstand und Aufsichtsrat turnusgemäß auch im Berichtsjahr kritisch hinterfragt, insbesondere ob diese im Hinblick auf den Charakter des Unternehmens als Familienunternehmen und bezüglich seiner Zielsetzungen zweckmäßig erscheinen. Wie in der Vergangenheit haben Aufsichtsrat und Vorstand beschlossen, die Empfehlungen und Anregungen des Kodex nahezu uneingeschränkt zu übernehmen und anzuwenden. Nur für wenige Ausnahmen ist dies nicht oder nur eingeschränkt der Fall. Diese Abweichungen wurden intensiv überprüft und im Anschluss an die Beschlussfassung kommuniziert.

Grundlage unternehmerischer Tätigkeit bei Jungheinrich sind die werteorientierte Unternehmensausrichtung als Familienunternehmen, die klare und ausbalancierte Verteilung von Aufgaben, Rechten und Verantwortlichkeiten zwischen den Organen des Unternehmens, die enge und effiziente Zusammenarbeit zwischen den Vorstandsressorts, aber auch zwischen Vorstand und Aufsichtsrat, die offene Unternehmenskommunikation nach innen und außen, die ordnungsgemäße Rechnungslegung und Abschlussprüfung sowie der verantwortungsbewusste Umgang mit Risiken.

Auf der Internetseite der Gesellschaft sind unter www.jungheinrich.com/investor-relations die Finanzpublikationen, Unterlagen zur Hauptversammlung, die Geschäftsordnung des Aufsichtsrates, der Finanzkalender mit allen wichtigen Terminen, insbesondere für Analysten, Investoren, Aktionärsvereinigungen und Medien, gegebenenfalls Ad-hoc- und Pressemeldungen sowie gesetzlich vorgeschriebene Mitteilungen, vor allem zu meldepflichtigen Wertpapiergeschäften von Mitgliedern des Vorstandes und des Aufsichtsrates sowie der in enger Beziehung zu ihnen stehenden Personen über den Erwerb und die Veräußerung von Aktien der Gesellschaft („Managers‘ Transactions") und der Gesellschaft zugegangene Stimmrechtsmitteilungen sowie weitere Informationen zum Unternehmen veröffentlicht.

Die Ausübung von Leitung und Kontrolle der Gesellschaft durch Vorstand und Aufsichtsrat sind nachfolgend beschrieben.

Vorstand

Der Vorstand leitet die Gesellschaft in eigener Verantwortung. Die Geschäfte führt er nach den gesetzlichen Vorschriften, der Satzung der Jungheinrich AG, der Geschäftsordnung für den Vorstand, den Beschlüssen des Aufsichtsrates und der Hauptversammlung, dem Deutschen Corporate Governance Kodex (soweit keine Abweichung von dessen Empfehlungen oder Anregungen beschlossen wurde) sowie gemäß seinen Dienstverträgen. Beschlüsse fasst der Vorstand grundsätzlich mit einfacher Mehrheit. Kommt es zu einer Stimmengleichheit, gibt die Stimme des Vorstandsvorsitzenden den Ausschlag. In der Geschäftsordnung für den Vorstand sind bestimmte Maßnahmen definiert, die der Zustimmung durch den Aufsichtsrat bedürfen.

Die strategische Ausrichtung der Jungheinrich AG stimmt der Vorstand regelmäßig mit dem Aufsichtsrat ab und setzt sie eigenverantwortlich um. Dabei achtet der Vorstand darauf, dass die im Unternehmen eingesetzten Führungsinstrumente effektiv und effizient sind. Die Planungs-, Kontroll- und Risikomanagement-Systeme, mit denen das Unternehmen gesteuert wird, nehmen deshalb eine bedeutende Stellung in der Unternehmensführung ein.

Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle wesentlichen Fragen der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements, der Compliance und der Planung. Ebenso werden dem Aufsichtsrat Abweichungen von der Planung sowie von festgelegten Zielen berichtet und ihm gegenüber erläutert.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat bestellt die Mitglieder des Vorstandes, überwacht dessen Arbeit und berät diesen bei strategischen und operativen Fragestellungen des Konzerns. Der Aufsichtsrat übt diese Tätigkeit nach Maßgabe der Gesetze, der Satzung der Jungheinrich AG, der Geschäftsordnungen für den Aufsichtsrat und den Vorstand, des Deutschen Corporate Governance Kodex (soweit keine Abweichung von dessen Empfehlungen beschlossen wurde) sowie etwaiger Beschlüsse des Aufsichtsrates und der Hauptversammlung aus. Aufsichtsrat und Vorstand arbeiten zum Wohle des Unternehmens intensiv und vertrauensvoll zusammen. Der Aufsichtsrat tritt in jedem Kalenderhalbjahr mindestens zweimal zusammen und tagt in der Regel mit dem Gesamtvorstand oder einzelnen Vorstandsmitgliedern, wobei Teile der Sitzungen auch ohne den Vorstand erfolgen.

Der Aufsichtsrat setzt sich nach dem Mitbestimmungsgesetz von 1976 paritätisch aus sechs Mitgliedern der Anteilseigner und aus sechs Mitgliedern der Arbeitnehmer zusammen. Dem Aufsichtsrat gehören vier Frauen an, wovon jeweils zwei vonseiten der Anteilseigner und vonseiten der Arbeitnehmer gewählt wurden. Damit erfüllt das Unternehmen die gesetzlich vorgegebene Mindestquote von Frauen im Aufsichtsrat in Höhe von 30 Prozent. Auf die bei der Besetzung des Gremiums beachteten Kriterien hinsichtlich der Diversity wird weiter unten eingegangen. Ein darüber hinausgehendes förmliches Kompetenzprofil für den Gesamtaufsichtsrat zu erstellen oder nach einem ausdrücklich ausformulierten Diversitätskonzept vorzugehen, hält das Unternehmen für entbehrlich.

Durch seine Tätigkeit unterstützt der Abschlussprüfer, die PricewaterhouseCoopers GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, den Aufsichtsrat bei der Erfüllung der ihm gesetzlich und satzungsgemäß zukommenden Aufgaben.

Compliance, also die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und unternehmensinternen Richtlinien, ist für das Unternehmen und seine Gremien wichtig. Das Compliance-Management-System bei Jungheinrich beinhaltet mehr als zehn Kernelemente, die in die Bereiche „Vorbeugen“ (vor allem Verhaltenskodex; Richtlinien, Verfahren, Prozesse und Kontrollen; Unterweisung und Beratung), „Aufdecken“ (vor allem Meldungen und vertrauliche Hinweise; Geschäftspartnerprüfung; Überwachen und Überprüfen; Geschäftsdatenanalyse) und „Reagieren“ (vor allem Behandlung von Störungen und Vorfällen; Untersuchungen; Korrekturmaßnahmen; Verbesserung) eingeteilt sind.

Über die Compliance-Organisation und ihre Tätigkeit berichtet der Vorstand mit dem Compliance Officer regelmäßig und unterjährig dem Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates. Dabei werden unter anderem die aufgetretenen Compliance-Sachverhalte erörtert. Grundsätzlich verfolgt das Unternehmen einen konservativen und vorsichtigen Ansatz im Hinblick auf Risiken.

Seine Entscheidungen trifft der Aufsichtsrat durch Beschluss. Die Beschlüsse werden mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen gefasst, soweit nicht im Gesetz andere Mehrheiten zwingend vorgeschrieben sind. Das Abstimmungsprozedere ist wie folgt: Kommt es zu einer Stimmengleichheit und ergibt eine erneute Abstimmung über denselben Beschlussgegenstand wieder Stimmengleichheit, so hat bei dieser erneuten Abstimmung der Vorsitzende zwei Stimmen.

Der Aufsichtsratsvorsitzende bespricht mit dem Vorstand regelmäßig auch außerhalb von Sitzungen des Aufsichtsrates und seiner Ausschüsse anstehende Themen.

Der Aufsichtsrat hat im Jahr 2020 achtmal getagt und zwei Beschlussfassungen im schriftlichen Verfahren herbeigeführt. Diese Sitzungen, wie alle Sitzungen der Organe der Gesellschaft, fanden angesichts der COVID-19-Pandemie überwiegend als Hybrid-Veranstaltungen statt.

Selbstbeurteilung des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat nimmt in regelmäßigen Abständen eine Effizienzprüfung seiner Tätigkeit vor.

Ausschüsse

Der Aufsichtsrat hat aus dem Kreise seiner Mitglieder folgende drei Ausschüsse gebildet, die seine Arbeit vorbereiten und ergänzen:

  • den paritätischen Ausschuss (nach § 27 Absatz 3 Mitbestimmungsgesetz)
  • den Finanz- und Prüfungsausschuss
  • den Personalausschuss.

Über die wesentlichen Ergebnisse der Ausschusssitzungen berichten die jeweiligen Ausschussvorsitzenden dem gesamten Aufsichtsrat grundsätzlich in der nächsten Aufsichtsratssitzung.

Paritätischer Ausschuss

Der paritätische Ausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat Vorschläge für die Bestellung oder den Widerruf der Bestellung von Vorstandsmitgliedern, wenn im ersten Wahlgang die erforderliche Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder nicht erreicht wird.

Der Paritätische Ausschuss hat 2020 nicht getagt.

Finanz- und Prüfungsausschuss

Der Finanz- und Prüfungsausschuss bereitet unter anderem die Entscheidungen des Aufsichtsrates über die Feststellung des Jahresabschlusses sowie die Billigung des Konzernabschlusses vor. Er befasst sich mit der Überwachung der Rechnungslegung, des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagement-Systems, des internen Revisionssystems, der Abschlussprüfung, hier insbesondere des Vorschlags hinsichtlich der Auswahl des Abschlussprüfers, der Erteilung des Prüfungsauftrages an den Abschlussprüfer, der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und der Honorarvereinbarung sowie der vom Abschlussprüfer zusätzlich zu erbringenden Leistungen, und der Compliance. Außerdem unterstützt er den Aufsichtsrat bei der Vorbereitung und Durchführung der Effizienzprüfung des Aufsichtsrates. Des Weiteren erörtert der Ausschussvorsitzende die Halbjahresfinanzberichte und die Quartalsmitteilungen mit dem Vorstand. Der Ausschuss bereitet die Beschlussfassung des Aufsichtsrates über die jährliche Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG vor.

Der Finanz- und Prüfungsausschuss hat 2020 sechsmal getagt, davon zweimal außerordentlich.

Personalausschuss

Der Personalausschuss bereitet in erster Linie die Personalentscheidungen des Aufsichtsrates vor, insbesondere die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern einschließlich der Ernennung des Vorstandsvorsitzenden, sowie Entscheidungen, welche die Vergütungsstruktur und die Festsetzung und Überprüfung der Gesamtbezüge der einzelnen Vorstandsmitglieder betreffen. Über bestimmte Geschäfte entscheidet der Personalausschuss statt des Aufsichtsrates unter Beachtung der gesetzlichen Bestimmungen sowie der Festlegungen in den Geschäftsordnungen für den Aufsichtsrat und den Vorstand. Daneben befasst sich der Ausschuss mit den Führungskräften des Konzerns im Hinblick auf die Nachfolgeplanung.

Der Personalausschuss hat in 2020 dreimal getagt.

Langfristige Nachfolgeplanung für den Vorstand

Der Aufsichtsrat sorgt durch seinen Personalausschuss und gemeinsam mit dem Vorstand für die langfristige Nachfolgeplanung für den Vorstand. Bei der langfristigen Nachfolgeplanung werden neben den Anforderungen des Aktiengesetzes und des Kodex auch die Kriterien des Diversitätsansatzes von Jungheinrich berücksichtigt. Unter Berücksichtigung der konkreten Qualifikationsanforderungen und der genannten Kriterien erarbeitet der Personalausschuss ein Stellenprofil, auf dessen Basis der Personalausschuss eine engere Auswahl von verfügbaren Kandidaten erstellt. Mit diesen Kandidaten werden strukturierte Gespräche geführt. Anschließend wird dem Aufsichtsrat eine Empfehlung zur Beschlussfassung unterbreitet. Bei Bedarf werden der Aufsichtsrat beziehungsweise der Personalausschuss bei der Entwicklung der Anforderungsprofile und der Auswahl der Kandidaten von externen Beratern unterstützt. Die regelmäßige Altersgrenze für Vorstandsmitglieder beträgt 63 Jahre.

Mitglieder des Vorstandes und Mandate der Vorstandsmitglieder

Dr. Lars Brzoska
Vorsitzender des Vorstandes
Arbeitsdirektor   

Christian Erlach
Mitglied des Vorstandes
Vertrieb

Dr. Volker Hues
Mitglied des Vorstandes
Finanzen
Mitgliedschaften in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
A.S. Création Tapeten AG, Gummersbach

Sabine Neuß
Mitglied des Vorstandes
Technik
Mitgliedschaften in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
Continental AG, Hannover
Atlas Copco AB, Stockholm/Schweden (bis 18. Mai 2020)
Magazino GmbH, München (seit 23. September 2020)

Dr. Klaus-Dieter Rosenbach (bis 31. März 2020)
Mitglied des Vorstandes
Logistiksysteme

Mitglieder des Aufsichtsrates und seiner Ausschüsse sowie Mandate der Aufsichtsratsmitglieder

Aufsichtsrat

Hans-Georg Frey
Vorsitzender
Mitgliedschaften in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
Fielmann AG, Hamburg
HOYER GmbH, Hamburg
Blanc & Fischer Familienholding GmbH (vormals E.G.O. Blanc und Fischer & Co. GmbH), Oberderdingen
Gottfried Schultz Automobilhandels SE, Ratingen (seit 1. Januar 2021)

Markus Haase1)
Stellvertretender Vorsitzender
Serviceberater der Jungheinrich Vertrieb
Deutschland AG & Co. KG
Vorsitzender des Konzernbetriebsrates

Antoinette P. Aris
Dipl.-Ing., MBA
Senior Affiliate Professor für Strategie am INSEAD (Fontainebleau/Frankreich)
Mitgliedschaften in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
ASML N.V., Veldhoven/Niederlande
Randstad N.V., Diemen/Niederlande
Rabobank Group, Utrecht/Niederlande

Dagmar Bieber1) (seit 1. Juni 2020)
Diplom-Betriebswirtin
Spezialistin Qualitätskoordination der Jungheinrich Service & Parts AG & Co. KG

Rainer Breitschädel1)
Dipl.-Ing.
Leiter Standort Kaltenkirchen der Jungheinrich Service & Parts AG & Co. KG
Vertreter der leitenden Angestellten

Birgit von Garrel1)
Gewerkschaftssekretärin IG Metall Vorstandsverwaltung Frankfurt

Rolf Uwe Haschke1) (bis 31. Mai 2020)
Senior SAP-Entwickler der Jungheinrich AG
Vorsitzender des Betriebsrates Informationstechnologie der Jungheinrich AG

Beate Klose
Diplom-Kauffrau

Wolff Lange
Kaufmann
Geschäftsführer der LJH-Holding GmbH, Wohltorf
Mitgliedschaften in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
HANSA-HEEMANN AG, Rellingen (Vorsitzender)
Wintersteiger AG, Ried/Österreich (Vorsitzender)

Meike Lüdemann1) (bis 31.05.2020)
Gewerkschaftssekretärin und -juristin
IG Metall Region Hamburg

Mike Retz1) (seit 11. Juni 2020)
Gewerkschaftssekretär
IG Metall Geschäftsstelle Region Hamburg

Dr. Ulrich Schmidt
Betriebswirt
Geschäftsführer der AWZ Asphaltmischwerke Verwaltungs-GmbH, Balingen   

Steffen Schwarz1)
Facharbeiter Montage der Jungheinrich
Norderstedt AG & Co. KG
Stellvertretender Vorsitzender des Konzernbetriebsrates

Andreas Wolf
Diplom-Betriebswirt
Geschäftsführer der WJH-Holding GmbH, Aumühle

Ausschüsse des Aufsichtsrates

Finanz- und Prüfungsausschuss
Dr. Ulrich Schmidt (Vorsitzender)
Antoinette P. Aris (stellvertretende Vorsitzende)
Steffen Schwarz1)

Personalausschuss
Hans-Georg Frey (Vorsitzender)
Markus Haase 1) (stellvertretender Vorsitzender)
Rolf Uwe Haschke 1) (bis 31. Mai 2020)
Wolff Lange
Steffen Schwarz1) (seit 1. Juni 2020)
Andreas Wolf
Antoinette P. Aris (nicht stimmberechtigtes Mitglied) (seit 1. Januar 2021)

Paritätischer Ausschuss
Hans-Georg Frey (Vorsitzender)
Markus Haase1) (stellvertretender Vorsitzender)
Birgit von Garrel1)
Andreas Wolf

1) = Vertreter der Arbeitnehmer

Hauptversammlung

Die Hauptversammlung ist das oberste Organ des Unternehmens und der Ort, an dem die Aktionäre ihre Rechte ausüben können. Hier berichten Vorstand und Aufsichtsrat den Aktionären über die Geschäftsentwicklung sowie über die Finanz- und Ertragslage des Unternehmens und stehen den Aktionären sowie den Vertretern von Aktionärsvereinigungen für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung. Dabei wird das Stimmrecht auf der Hauptversammlung allein von den Stammaktionären der Gesellschaft ausgeübt, während das Recht zur Aussprache und zu Fragen von allen Aktionären in gleicher Weise wahrgenommen werden kann.

Die ordentliche Hauptversammlung am 27. August 2020 wurde aufgrund der besonderen Umstände der COVID-19-Pandemie als virtuelle Hauptversammlung ohne physische Präsenz der Aktionäre oder ihrer Bevollmächtigten durchgeführt gemäß § 1 Absatz 2 des Gesetzes über Maßnahmen im Gesellschafts-, Genossenschafts-, Vereins-, Stiftungs- und Wohnungseigentumsrecht zur Bekämpfung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie vom 27. März 2020 (Bundesgesetzblatt I Nr. 14 2020, S. 570).

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Die Rechnungslegung erfolgt für den Jungheinrich-Konzern nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften – den International Financial Reporting Standards (IFRS) –, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Die Prüfungen des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses werden von einem unabhängigen Abschlussprüfer durchgeführt, der von der Hauptversammlung gewählt wird. Auf Vorschlag des Aufsichtsrates hat die ordentliche Hauptversammlung 2020 die PricewaterhouseCoopers GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2020 gewählt.

Es ist mit dem Abschlussprüfer vereinbart, dass er über alle für die Aufgaben des Aufsichtsrates wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die sich bei der Durchführung der Abschlussprüfung ergeben, unverzüglich berichtet und er den Aufsichtsrat informiert beziehungsweise im Prüfungsbericht vermerkt, wenn er bei der Durchführung der Abschlussprüfung Tatsachen feststellt, die eine Unrichtigkeit der von Vorstand und Aufsichtsrat abgegebenen Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex ergeben.

Transparenz

Eine einheitliche, umfassende und zeitnahe Information der Öffentlichkeit hat bei der Jungheinrich AG einen hervorgehobenen Stellenwert. Die Jungheinrich AG berichtet über die Geschäftslage und die Ergebnisse in ihrem Geschäftsbericht, auf der Bilanzpressekonferenz, in der Hauptversammlung, im Halbjahresfinanzbericht sowie in Quartalsmitteilungen zum 31. März beziehungsweise 30. September.

Über die wesentlichen, wiederkehrenden Ereignisse informiert ein Finanzkalender, der auf der Internetseite der Jungheinrich AG dauerhaft zur Verfügung gestellt wird.

Gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen

Durch das "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst", welches am 1. Mai 2015 in Kraft getreten ist, ist die Jungheinrich AG zur Festlegung von Zielgrößen für Frauen in Führungspositionen angehalten. Hierbei handelt es sich um eine verpflichtende Regelung für börsennotierte Unternehmen, die dem Mitbestimmungsgesetz unterliegen. Abgesehen von den gesetzlichen Anforderungen ist es sowohl aus gesellschaftlichen als auch aus wirtschaftlichen Gründen erforderlich, sämtliche Führungskräfte unabhängig von ihrem Geschlecht zu fördern, vor allem mit Blick auf den demografischen Wandel und dem damit verbundenen Fach- und Führungskräftemangel in Deutschland.

Der Vorstand hat im November 2017 mit Bezug auf § 76 Absatz 4 AktG den Beschluss gefasst, die Quote für den Frauenanteil auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands von 5 Prozent und auf der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands von 15 Prozent bis zum 30. Juni 2022 nicht zu unterschreiten. Die erste Führungsebene wird im Jungheinrich Konzern mit den Management Leveln (ML) E und 1 abgebildet, die zweite Führungsebene mit dem ML 2. Zum Stichtag 31. Mai 2017 betrug die Quote 5,9 Prozent für die ML E und 1 sowie 15,5 Prozent für den ML 2. Entsprechend der Entwicklung des Konzerns behält sich der Vorstand vor, die festgelegte Quote anzupassen.

Im Vorstand der Jungheinrich AG ist derzeit mit Frau Sabine Neuß eine Frau vertreten. Es ist durch den Aufsichtsrat jedoch keine Quote für einen bestimmten Frauenanteil im Vorstand der Jungheinrich AG festgelegt worden und, vorbehaltlich anderslautender gesetzlicher Vorgaben, auch nicht vorgesehen.

Von zwölf Aufsichtsratsmitgliedern sind zurzeit vier weiblich, je zwei Mitglieder von der Seite der Arbeitnehmer und von der Seite der Anteilseigner. Somit ist die gesetzliche Quote für den Aufsichtsrat insgesamt erfüllt.

Es ist Jungheinrich ein großes Anliegen, weitere hochqualifizierte weibliche Führungskräfte für das Unternehmen zu gewinnen. Bei der Einstellung von neuen Mitarbeitern gilt aber in erster Linie das Leistungsprinzip, das heißt es wird die Person eingestellt, welche die beste Qualifikation für die betreffende Stelle aufweist, unabhängig von Geschlecht, Alter oder ethnischer Herkunft.

Diversitätskonzept

Bei der Besetzung von Vorstand und Aufsichtsrat ist für das Unternehmen eine Ausgewogenheit zwischen Erfahrung und Qualifikation, Kompetenz und Vielfalt (Diversity) wichtig. Dabei wird Diversity als weit gefasster Ansatz verstanden, der neben Alter, Geschlecht und Nationalität unter anderem den Bildungshintergrund sowie die berufliche Qualifikation und Erfahrung als Kriterien umfasst. Dies erfolgt jedoch nicht anhand eines auf der Basis dieser Kriterien ausdrücklich ausformulierten Diversitätskonzeptes. Vielmehr muss jede Besetzung dieser beiden Gremien eine pflichtgemäße Wahrnehmung ihrer gesetzlichen Aufgaben sicherstellen und sich danach ausrichten.

Erklärung zum Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG

Für die bisherige und zukünftige Corporate-Governance-Praxis der Jungheinrich AG gilt die nachfolgende Erklärung:

„Vorstand und Aufsichtsrat der Jungheinrich AG erklären hiermit gemäß § 161 Absatz 1 Satz 1 Aktiengesetz, dass seit der Entsprechenserklärung vom 17. Dezember 2019 den Empfehlungen der Regierungskommission „Deutscher Corporate Governance Kodex“ in der Fassung vom 7. Februar 2017 – bekanntgemacht im Bundesanzeiger am 24. April 2017 – mit den im Dezember 2019 erklärten Ausnahmen von den Kodex-Empfehlungen entsprochen wurde und zukünftig den Empfehlungen der Regierungskommission „Deutscher Corporate Governance Kodex“ in der Fassung vom 16. Dezember 2019 – bekanntgemacht im Bundesanzeiger am 20. März 2020 – mit den nachstehend aufgeführten Ausnahmen von einzelnen Empfehlungen entsprochen wird:

1. Von der Festlegung einer Altersgrenze für die Mitglieder des Aufsichtsrates wird abgesehen (Empfehlung C.2).

Eine Altersgrenze kann zu starren Regelungen führen, die dem Ziel der Gesellschaft, für die Tätigkeit im Aufsichtsrat Persönlichkeiten mit großer Erfahrung zu gewinnen, zuwiderlaufen könnten. Deswegen wurde einer flexibleren Handhabung der Entscheidung im Einzelfall der Vorzug gegenüber einer starren Grenze gegeben.

2. Von der Aufstellung eines förmlichen Kompetenzprofils für den Gesamtaufsichtsrat wird abgesehen (Empfehlung C.1).

Der Aufsichtsrat der Jungheinrich AG trägt dem Kriterium der Diversity, wie in Gesetz und im Kodex gefordert, ausreichend Rechnung. Insbesondere Erfahrungen aus dem internationalen Geschäft bringen viele der Aufsichtsratsmitglieder mit. Die Wahlvorschläge an die Hauptversammlung für die vier zu wählenden Vertreter der Aktionäre werden in enger Abstimmung mit den Stammaktionären erarbeitet und damit sichergestellt, dass der Hauptversammlung nur geeignete Kandidaten zur Wahl vorgeschlagen werden, die möglichst alle für das Unternehmen wichtige Kompetenzfelder abdecken. Aus diesem Grund hält es der Aufsichtsrat als für nicht in Übereinstimmung mit dem Charakter von Jungheinrich als Familienunternehmen stehend an, wenn darüber hinaus noch ein Kompetenzprofil für den Gesamtaufsichtsrat erstellt würde.

3. Die Kriterien der Empfehlung C.10 hinsichtlich der Unabhängigkeit des Aufsichtsratsvorsitzenden von der Gesellschaft werden nicht erfüllt.

Der heutige Aufsichtsratsvorsitzende der Jungheinrich AG, Herr Hans-Georg Frey, war bis zum 31. August 2019 deren Vorstandsvorsitzender und wechselte dann auf Wunsch der Stammaktionäre direkt in den Aufsichtsrat, wo er ab 3. September 2019 den Vorsitz übernahm. Der Aufsichtsratsvorsitzende ist gleichzeitig Vorsitzender des Personalausschusses, der mit der Vorstandsvergütung befasst ist.

4. Ein Nominierungsausschuss für den Vorschlag von geeigneten Kandidaten bezüglich der Wahlvorschläge des Aufsichtsrates an die Hauptversammlung wird nicht gebildet (Empfehlung D.5).

Der Aufsichtsrat hält einen solchen Ausschuss angesichts des Charakters des Unternehmens als Familiengesellschaft für entbehrlich. Zwei Mitglieder des Aufsichtsrates werden durch die Namensaktionäre entsandt. Die Wahlvorschläge an die Hauptversammlung für die verbleibenden vier Vertreter der Aktionäre werden in enger Abstimmung mit den Stammaktionären erarbeitet.

5. Über die langfristig variablen Gewährungsbeträge der Vorstandsvergütung werden die Vorstandsmitglieder nach dem neuen Vergütungssystem bereits nach drei und nicht erst nach vier Jahren verfügen können (Empfehlung G.10).

Die Vorstandsmitglieder erhalten nach dem neuen Vorstandsvergütungssystem ein Long Term Incentive („LTI“), also eine langfristige variable Vergütung, die eine aktienbasierte Komponente enthält, die kurzfristige variable Vergütung (Short Term Incentive) hingegen ist nicht aktienbasiert. Die LTI-Tranchen haben eine dreijährige Laufzeit, was auch der Dauer der Erstbestellung der Vorstandsmitglieder entspricht.

Hamburg, im Dezember 2020“

* Hinweis: Die Erklärung zur Unternehmensführung wurde im Januar 2021 aktualisiert. Grundsätzlich wird sie unterjährig nicht angepasst.

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