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JT Energy Systems beteiligt sich an NOVUM
08.02.2022

JT Energy Systems beteiligt sich an NOVUM


Technologische Kooperation zur Verlängerung von Batterielebenszeiten

KI-basierte Analyse gebrauchter Lithium-Ionen-Batterien bis auf Zellebene

Ressourcenschonung durch sichere Zweit- und Drittverwendungen von Batterien

 

Hamburg/Dresden – JT Energy Systems, ein Joint Venture von Jungheinrich und der Triathlon Holding GmbH, beteiligt sich am Dresdener KI-Unternehmen und Batteriespezialisten NOVUM. Im Rahmen ihrer engen technologischen Kooperation verlängern die Partner gemeinsam die Lebenszeit von Lithium-Ionen-Batterien. Der Einsatz KI-basierter Analysetools macht gebrauchte Fahrzeugbatterien fit für Zweit- und Drittverwendungen und leistet damit einen wichtigen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit. 

„Lithium-Ionen-Batterien halten oft länger als die Fahrzeuge, in denen sie eingesetzt werden“, sagt Reinhild Kühne, Geschäftsführerin von JT Energy Systems. „Künftig sind wir noch besser in der Lage, das ganze Potential der Batterie auszuschöpfen, um sie sinnvoll in einem zweiten und dritten Leben weiterzuverwenden.“ Die auf künstlicher Intelligenz basierenden Testsysteme von Novum analysieren den Zustand gebauchter Lithium-Ionen-Batterien dafür präzise bis auf Zellebene. „Wir wissen nach nur 90 Sekunden genau, wie hoch die Restkapazität einer Batterie ist“, erklärt Mandy Schipke, Geschäftsführerin von NOVUM. „Dadurch können wir berechnen, wie lange die jeweilige Batterie in verschiedenen Einsatzszenarien noch genutzt werden kann. Die Erfahrung hat gezeigt, dass es auch in vielen bisher ausrangierten Batterien noch Zellen gibt, die gut und sicher nutzbar für eine weitere Verwendung sind.“ 

Dafür wird nach einer ersten Untersuchung auf Modulebene, die Auskunft über den generellen Batteriezustand gibt, ein weiterer Test auf Zellebene durchgeführt. Auf Basis dieser Analyse werden die Zellen entsprechend ihres Zustands in Güteklassen kategorisiert. Vollständig intakte Zellen können wieder zu Fahrzeugbatterien zusammengesetzt werden, die als kostengünstige Gebrauchtbatterien für einen erneuten Einsatz im Fahrzeug angeboten werden. Weniger leistungsstarke Zellen kommen in stationären Batterien und Großspeichern zum Einsatz. Recycelt werden muss so letztlich nur noch ein sehr kleiner Anteil gebrauchter Zellen, die ihr tatsächliches Lebensende bereits erreicht haben und für keine weitere Verwendung mehr genutzt werden können. 

„Durch diese zusätzliche Station im Lebenszyklus werden Lithium-Ionen-Batterien insgesamt sehr viel nachhaltiger und ökologischer“, betont Reinhild Kühne. „Die weltweit einzigartige Expertise von NOVUM in diesem Bereich war einer der wesentlichen Gründe für unser strategisches Investment in das erfahrene KI-Unternehmen.“ Die Unterschriften für die Beteiligung erfolgten im Dezember 2021. Zukünftig möchten die Partner durch Co-Entwicklung den CO2-Austoß in der Produktion und Verwertung von Lithium-Ionen-Batterien noch weiter verringern. „Die Kooperation mit JT Energy Systems bietet für uns ein einzigartiges Anwendungsfeld zur Optimierung unseres Produktes“, erklärt Mandy Schipke. „Gleichzeitig profitiert auch JT Energy Systems von dem gemeinsam erworbenen Wissen. Als Kooperationspartner können wir heute bereits neue Standards in der Batteriebranche setzen.“ 

Die neuen Testsysteme sind dabei auf alle Batterietypen anwendbar und damit besonders vielseitig und skalierbar. „Die künstliche Intelligenz lernt selbstständig den Umgang mit neuen Batterietypen“, erläutert Mandy Schipke. „Maximale Flexibilität bekommen wir außerdem durch eine patentierte Messmethode, mit der wir keine Vorinformationen zur Batterie benötigen. Wir können sogar Batterien aus Unfallfahrzeugen klassifizieren, bei denen es keinen Zugang zum Batteriemanagementsystem mehr gibt, und sie im Sinne einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft sicher weiterverwenden. Bisher mussten solche Batterien immer vollständig entsorgt werden.“ 

Die vom System erhobenen Testdaten werden in einer Cloud gespeichert. Mit jedem zusätzlichen Datensatz gewinnt die künstliche Intelligenz von NOVUM an Aussagequalität. Die Cloudanbindung ermöglicht künftig außerdem neue Services: Verbindet sich beispielsweise der Service von Jungheinrich mit der Cloud, kann er direkt beim Kunden Batterieanalysen durchführen und entscheiden, ob die Batterie ausgetauscht werden muss oder nicht. Dafür ist lediglich ein kleines, tragbares Service-Gerät notwendig. Auf dieselbe Art wird auch eine Restwertbestimmung von Gebrauchtbatterien möglich. „Unsere Testsysteme treiben die Entwicklung hin zu mehr Nachhaltigkeit, Werthaltigkeit und Transparenz im Umgang mit gebrauchten Batterien. Wir freuen uns sehr, dass wir gemeinsam mit NOVUM einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten“, erklärt Reinhild Kühne, Geschäftsführerin von JT Energy Systems. 

Über JT Energy Systems GmbH

JT Energy Systems wurde im Jahr 2019 gemeinsam vom Hamburger Intralogistikspezialisten Jungheinrich und dem Batteriehersteller Triathlon gegründet. Das Joint Venture produziert Energiesysteme für Elektrofahrzeuge mit industrieller Anwendung. Vom sächsischen Freiberg aus bedient das Unternehmen die stark wachsende Nachfrage nach innovativen und nachhaltigen Energie- und Batteriesystemen. Eine besondere Expertise hat das Unternehmen in der Reparatur und Wiederaufbereitung von gebrauchten Lithium-Ionen-Batterien. 

Über NOVUM engineering GmbH

 NOVUM wurde 2014 in Dresden gegründet und mittlerweile international bereits mehrfach für herausragendes Batteriemonitoring ausgezeichnet – u. a. mit dem Digital Energy Award, dem Future Mobility Award und dem Titel bestes High-Tech-Start-up Europas. Das Unternehmen nutzt künstliche Intelligenz zur Wirtschaftlichkeits- und Effizienzsteigerung von Batterien in den Bereichen Heim- und Großspeicher, Elektromobilität sowie batteriebetriebenen Geräten. Dank der 2020 hinzugekommenen Batterieschnelltests können nun auch 2nd-Life Projekte von der Batteriebefundung bis zum gewinnbringenden Betrieb in Batteriegroßspeichern vollständig begleitet werden. NOVUM-Technologie ist mit über 20 Patenten geschützt, kann online wie offline arbeiten sowie fehlende Daten durch eigene Erhebungsmethoden ausgleichen.

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