Gemischter Start ins Geschäftsjahr 2026; Quartalsergebnis durch Einmaleffekte belastet, Prognose unverändert
Hamburg – Die Jungheinrich AG ist vor dem Hintergrund eines weiterhin herausfordernden Marktumfeldes mit erhöhtem Wettbewerbs- und Preisdruck sowie negativen Volumen- und Auslastungseffekten gemischt in das Geschäftsjahr 2026 gestartet. Dabei materialisierte sich der vergleichsweise schwache Auftragseingang, den das Unternehmen im vierten Quartal 2025 verzeichnet hatte, in einem schwächeren Umsatz und Ergebnis des ersten Quartals. Einmaleffekte aus der Veräußerung der russischen Tochtergesellschaft, dem Streik im Werk Lüneburg und dem Transformationsprogramm belasteten das Ergebnis zudem deutlich. Der Umsatz lag im Berichtsquartal leicht unter dem Vorjahresniveau. Dagegen entwickelte sich der Auftragseingang unter anderem aufgrund von Vorzieheffekten resultierend aus Preiserhöhungen sehr positiv.
„Der Start in das Jahr 2026 erfüllt nicht unsere Ansprüche“, sagte Dr. Lars Brzoska, Vorstandsvorsitzender der Jungheinrich AG. „Belastend wirkten neben dem intensiven Wettbewerbsumfeld insbesondere Einmaleffekte aus der Veräußerung unserer russischen Tochtergesellschaft, der Mitte Februar beendete Streik im Werk Lüneburg sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit unserem Transformationsprogramm. Zugleich verzeichneten wir im ersten Quartal einen sehr guten Auftragseingang. Unsere Prognose für das Gesamtjahr bestätigen wir.“
Geschäftsverlauf, Ertrags- und Finanzlage
Der Auftragseingang des Jungheinrich Konzerns belief sich im Berichtszeitraum auf 1.535 Mio. Euro und lag damit 10,8 Prozent über dem Vorjahreswert (1.386 Mio. Euro). Die positive Entwicklung wurde unter anderem durch Vorzieheffekte im Zusammenhang mit Preiserhöhungen verstärkt.
Der Konzernumsatz erreichte im ersten Quartal 2026 ein Volumen von 1.272 Mio. Euro und lag damit 2,5 Prozent unter dem Vorjahreswert von 1.305 Mio. Euro. Rückläufige Umsätze im Neugeschäft im Segment Industrial Trucks & Services (ITS) konnten nur teilweise durch Zuwächse im Kundendienst kompensiert werden. Im Segment Automation & Warehouse Equipment (AWE) verzeichnete Jungheinrich insbesondere im Geschäftsfeld Automation ein Umsatzwachstum.
Das EBIT auf Konzernebene sank im Berichtsquartal sehr deutlich auf 56,5 Mio. Euro nach 104,5 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Die EBIT‑Rendite (EBIT‑ROS) lag bei 4,4 Prozent (Vorjahr: 8,0 Prozent). Wesentliche Belastungsfaktoren waren Einmaleffekte in Höhe von 26,7 Mio. Euro, davon 20,5 Mio. Euro resultierend aus der Veräußerung der russischen Tochtergesellschaft, 4,8 Mio. Euro aus dem Streik im Werk Lüneburg sowie 1,4 Mio. Euro aus dem Transformationsprogramm. Bereinigt um diese Effekte hätte das EBIT bei 83,2 Mio. Euro mit einer EBIT-Rendite von 6,5 Prozent gelegen.
Das Konzernergebnis nach Steuern belief sich auf 26,2 Mio. Euro und lag damit deutlich unter dem Vorjahreswert. Der Free Cashflow erreichte im ersten Quartal 0 Mio. Euro und war damit spürbar geringer als im Vorjahreszeitraum (16 Mio. Euro).
Segmententwicklung
Im Segment ITS stieg der Auftragseingang um 9,4 Prozent auf 1.275 Mio. Euro. Der Umsatz ging um 4,8 Prozent auf 1.079 Mio. Euro zurück. Zuwächse im Kundendienst konnten Rückgänge im Neugeschäft nur teilweise kompensieren. Das EBIT des Segmentes sank sehr deutlich auf 51,6 Mio. Euro und wurde wesentlich durch Einmaleffekte in Höhe von 27,6 Mio. Euro belastet. Die EBIT-Rendite lag bei 4,8 Prozent. Bereinigt hätte sich ein EBIT von 79,2 Mio. Euro und eine EBIT-Rendite des Segmentes in Höhe von 7,3 Prozent ergeben.
Das Segment AWE entwickelte sich im ersten Quartal positiv. Der Auftragseingang stieg um 17,9 Prozent auf 277 Mio. Euro, der Umsatz legte um 8,5 Prozent auf 205 Mio. Euro zu. Das EBIT verbesserte sich auf –4,5 Mio. Euro und einer EBIT-Rendite von –2,2 Prozent. Neben dem operativen Wachstum ist hierin eine Rückstellungsauflösung aus dem Transformationsprogramm in Höhe von 0,9 Mio. Euro enthalten. Bereinigt hätte sich ein EBIT von –5,4 Mio. Euro und eine EBIT-Rendite des Segmentes in Höhe von –2,6 Prozent ergeben.
Prognose
An der am 27. März 2026 veröffentlichten Prognose für das Geschäftsjahr 2026 hält der Vorstand unverändert fest.
Für das laufende Jahr prognostiziert Jungheinrich einen Auftragseingang in einem Korridor von 5,4 Mrd. Euro bis 6,0 Mrd. Euro (2025: 5,4 Mrd. Euro). Der Vorstand erwartet, dass der Konzernumsatz innerhalb einer Bandbreite von 5,2 Mrd. Euro bis 5,8 Mrd. Euro (2025: 5,5 Mrd. Euro) und das EBIT zwischen 380 Mio. Euro und 450 Mio. Euro (2025: 228 Mio. Euro) liegen werden. Der Konzern rechnet mit einer EBIT-Rendite von 7,2 Prozent bis 8,0 Prozent (2025: 4,2 Prozent).
Für das ITS-Segment erwartet Jungheinrich einen Auftragseingang von 4,4 Mrd. Euro bis 4,8 Mrd. Euro (2025: 4,5 Mrd. Euro) und einen Umsatz zwischen 4,3 Mrd. Euro und 4,7 Mrd. Euro (2025: 4,6 Mrd. Euro). Der Vorstand rechnet für das ITS-Segment mit einem EBIT zwischen 360 Mio. Euro und 420 Mio. Euro (2025: 222 Mio. Euro) sowie einer EBIT-Rendite von 8,3 Prozent bis 8,9 Prozent (2025: 4,8 Prozent).
Für das AWE-Segment erwartet das Unternehmen einen Auftragseingang von 1,0 Mrd. Euro bis 1,2 Mrd. Euro (2025: 0,9 Mrd. Euro) und einen Umsatz zwischen 0,9 Mrd. Euro und 1,1 Mrd. Euro (2025: 0,9 Mrd. Euro). Jungheinrich rechnet für das AWE-Segment mit einem EBIT zwischen 0 Mio. Euro und 15 Mio. Euro (2025: –21 Mio. Euro) sowie einer EBIT-Rendite von 0,0 Prozent bis 1,5 Prozent (2025: –2,3 Prozent).