Hamburg – Die Jungheinrich AG hat das Geschäftsjahr 2025 in einem anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeld mit Wachstum bei Auftragseingang und Umsatz abgeschlossen. Die operative Entwicklung des Konzerns blieb trotz geopolitischer Spannungen, eines intensiveren Wettbewerbs und einer schwachen Konjunktur in Europa robust. Das Konzernergebnis wurde jedoch durch mehrere Sondereffekte deutlich belastet.
Der wertmäßige Auftragseingang stieg um 1,4 Prozent auf 5.387 Mio. Euro. Treiber waren insbesondere das Neugeschäft sowie ein weiterhin wachsender Kundendienst. Der stückzahlbezogene Auftragseingang im Neugeschäft erhöhte sich um 4,8 Prozent auf 132.000 Fahrzeuge. Positive Impulse kamen unter anderem aus der Nachfrage nach lagertechnischen Geräten sowie aus dem Marktstart von „AntOn by Jungheinrich” im vierten Quartal.
Der Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2025 erhöhte sich um 2,0 Prozent auf 5.502 Mio. Euro. Während die Umsätze in Deutschland rückläufig waren, wuchs das Auslandsgeschäft um 3,8 Prozent. Die Auslandsquote stieg auf 80 Prozent, der Umsatzanteil außerhalb der Region EMEA erhöhte sich auf 19 Prozent. Fast die Hälfte des Umsatzzuwachses in der Region Americas war auf die Entwicklung in den USA zurückzuführen.
Die mit 3.214 Mio. Euro um 66 Mio. Euro höheren Umsätze im Neugeschäft wurden durch Umsatzzuwächse in Automatisierungsprojekten getrieben. Der Umsatz mit Miet- und Gebrauchtgeräten sank dagegen auf 775 Mio. Euro (Vorjahr: 781 Mio. Euro). Dabei konnte das Mietgeschäft die negative Entwicklung bei Gebrauchtgeräten nur teilweise kompensieren. Der Kundendienst legte mit einem Umsatz von 1.576 Mio. Euro im Berichtszeitraum um 41 Mio. Euro zu (Vorjahr: 1.535 Mio. Euro). Der Anteil des Kundendienstes am Konzernumsatz stieg auf 29 Prozent (Vorjahr: 28 Prozent). Der Umsatz im Finanzdienstleistungsgeschäft lag mit 1.473 Mio. Euro um 4,0 Prozent über dem Vorjahreswert (1.417 Mio. Euro).
Ergebnis durch Einmaleffekte belastet
Das EBIT lag im Geschäftsjahr 2025 mit 228 Mio. Euro deutlich unter dem Vorjahreswert (434 Mio. Euro). Die Ursache dafür waren Sondereffekte in Höhe von insgesamt 220 Mio. Euro, insbesondere aus:
Bereinigt um diese Einmaleffekte erreichte Jungheinrich ein EBIT von 448 Mio. Euro bei einer EBIT-Rendite von 8,1 Prozent und bestätigte damit die operative Ertragskraft des Geschäfts.
„2025 war für die Industrie ein wirtschaftlich herausforderndes Jahr, geprägt von geopolitischen Spannungen, Handelskonflikten und einem spürbar intensiveren Wettbewerb. Jungheinrich hat sich operativ dennoch stabil entwickelt. Die Ergebnisbelastungen resultieren aus einmaligen Sondereffekten. Bereinigt zeigt sich die Ertragskraft unseres Geschäftes weiterhin auf einem soliden Niveau,“ sagt Dr. Lars Brzoska, Vorstandsvorsitzender der Jungheinrich AG.
Das EBT belief sich auf 196 Mio. Euro (Vorjahr: 404 Mio. Euro), die EBT-Rendite lag bei 3,6 Prozent. Der ROCE sank auf 8,3 Prozent, ebenfalls beeinflusst durch das mit einmaligen Sondereffekten belastete niedrigere EBIT im Segment „Intralogistik”.
Dividendenvorschlag
Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Jungheinrich AG werden der Hauptversammlung am 19. Mai 2026 vorschlagen, eine Dividende in Höhe von 0,27 Euro (Vorjahr: 0,78 Euro) je Stammaktie und 0,29 Euro (Vorjahr: 0,80 Euro) je Vorzugsaktie auszuschütten. Aus dem Dividendenvorschlag ergibt sich eine Gesamtausschüttung in Höhe von 29 Mio. Euro (Vorjahr: 81 Mio. Euro). Die Ausschüttungsquote liegt damit wie im Vorjahr bei 28 Prozent.
Prognose für 2026
Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet Jungheinrich – bei stabilen Lieferketten und unveränderten geopolitischen Rahmenbedingungen – mit einem Auftragseingang zwischen 5,4 und 6,0 Mrd. Euro. Der Umsatz wird in einer Bandbreite von 5,2 bis 5,8 Mrd. Euro erwartet.
Aktuell erhöht der Iran-Krieg und dessen Ausweitung im gesamten Nahen Osten die Kosten und schafft zusätzliche Unsicherheit im Welthandel. Wir beobachten die Lage aufmerksam, sehen derzeit aber noch keine Auswirkungen auf unser Geschäft oder unsere Lieferketten.
Das EBIT soll auf 380 bis 450 Mio. Euro steigen, entsprechend einer EBIT-Rendite von 7,2 bis 8,0 Prozent. Der ROCE wird zwischen 14,0 und 18,0 Prozent prognostiziert. Der Free Cashflow soll über 250 Mio. Euro liegen.
Für das Geschäftsjahr 2026 gehen wir von einem verhaltenen Wachstum der europäischen Wirtschaft und sich nicht weiter verstärkenden geopolitischen Spannungen aus. Durch spürbare Veränderungen von Materialpreisen, Devisenkursrelationen, Handelszöllen, geopolitischen Spannungen oder starken Zinssteigerungen könnten sich Auswirkungen auf Auftragseingang, Umsatz, EBIT und EBT ergeben.
Den vollständigen Geschäftsbericht 2025 finden Sie hier: https://www.jungheinrich.com/investor-relations/geschaeftsbericht-2025