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Jungheinrich im ersten Halbjahr 2026
11.08.2026

Jungheinrich im ersten Halbjahr 2026

Deutliche Auftragseingangssteigerung, EBIT durch negative Einmaleffekte und intensiven Wettbewerb belastet

  • Auftragseingang: 2.954 Mio. Euro (+7,7 Prozent)
  • Umsatz: 2.669 Mio. Euro (+0,5 Prozent)
  • EBIT / EBIT-Rendite: 144,9 Mio. Euro / 5,4 Prozent
  • EBIT / EBIT-Rendite (bereinigt): 178,7 Mio. Euro / 6,7 Prozent
  • Prognose für das Segment ITS und daraus resultierend für den Konzern am 
    23. Juli 2026 angepasst

Hamburg – Die Jungheinrich AG hat im ersten Halbjahr 2026 in einem herausfordernden Marktumfeld einen Auftragseingang in Höhe von 2.954 Mio. Euro erzielt. Dies entspricht einer Steigerung von 7,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert (2.743 Mio. Euro). Maßgeblich dafür waren intensive Vertriebsaktivitäten in den Segmenten Industrial Trucks & Services (ITS) und Automation & Warehouse Equipment (AWE). Der Konzernumsatz erreichte im Berichtszeitraum ein Volumen von 2.669 Mio. Euro und lag damit auf dem Niveau des Vorjahres (2.656 Mio. Euro). Die deutliche Umsatzsteigerung im Segment AWE konnte dabei die leicht rückläufige Umsatzentwicklung im Segment ITS kompensieren. Das EBIT auf Konzernebene sank im ersten Halbjahr auf 144,9 Mio. Euro nach 210,5 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Die EBIT-Rendite lag bei 5,4 Prozent (Vorjahr: 7,9 Prozent). Wesentliche Belastungsfaktoren waren negative Einmaleffekte in Höhe von 33,8 Mio. Euro, davon 20,5 Mio. Euro aus der Veräußerung der russischen Tochtergesellschaft, 7,4 Mio. Euro aus nachlaufenden Effekten des Streiks im Werk Lüneburg sowie 5,9 Mio. Euro aus dem Transformationsprogramm. Preis- und Volumeneffekte belasteten das EBIT zusätzlich. Bereinigt um die Einmaleffekte hätte das EBIT bei 178,7 Mio. Euro mit einer EBIT-Rendite von 6,7 Prozent gelegen.

„Jungheinrich hat sich im ersten Halbjahr 2026 in einem unverändert anspruchsvollen Marktumfeld behauptet. Der Auftragseingang entwickelte sich erfreulich und lag deutlich über dem Vorjahreswert. Gleichzeitig haben Einmaleffekte und ein anhaltend hoher Wettbewerbs- und Preisdruck unser Ergebnis belastet. Wir investieren konsequent weiter in die Zukunft unseres Unternehmens, stärken unsere Position in den Bereichen Automatisierung und Digitalisierung und erschließen mit gezielten Beteiligungen und Akquisitionen zusätzliche Potenziale für globales Wachstum. Deshalb blicken wir trotz der kurzfristigen Herausforderungen mit Zuversicht auf die weitere strategische Entwicklung unseres Unternehmens“, sagte Dr. Lars Brzoska, Vorstandsvorsitzender der Jungheinrich AG.

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) belief sich auf 132,2 Mio. Euro nach 195,8 Mio. Euro im Vorjahr, die EBT-Rendite lag bei 4,9 Prozent (Vorjahr: 7,4 Prozent). Das Konzernergebnis nach Steuern erreichte 73,2 Mio. Euro und lag damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 139,0 Mio. Euro. Die Konzernsteuerquote stieg bedingt durch nicht steuerwirksame Verluste im Zusammenhang mit der Veräußerung der russischen Tochtergesellschaft sowie durch eine Einigung mit der Finanzverwaltung zu steuerlichen Sachverhalten der Jahre 2017 bis 2023 auf 45 Prozent (Vorjahr: 29 Prozent).

Der Free Cashflow lag im ersten Halbjahr 2026 akquisitionsbedingt bei -99 Mio. Euro nach 57 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Wesentliche Ursache waren Mittelabflüsse für die strategischen Beteiligungen an EP Equipment und Navflex. 

Segmententwicklung

Im Segment Industrial Trucks & Services (ITS) stieg der Auftragseingang um 4,9 Prozent auf 2.417 Mio. Euro (Vorjahr: 2.305 Mio. Euro). Der Umsatz ging um 1,9 Prozent auf 2.241 Mio. Euro zurück (Vorjahr: 2.285 Mio. Euro). Zuwächse im Kundendienst konnten Rückgänge im Neugeschäft sowie bei Miet- und Gebrauchtgeräten nur teilweise kompensieren. Das EBIT des Segments sank auf 133,5 Mio. Euro nach 204,2 Mio. Euro im Vorjahr, die EBIT-Rendite lag bei 6,0 Prozent (Vorjahr: 8,9 Prozent). Das Segmentergebnis wurde wesentlich durch negative Einmaleffekte in Höhe von 34,7 Mio. Euro belastet. Bereinigt um die Einmaleffekte hätten sich ein EBIT von rund 168,2 Mio. Euro und eine EBIT-Rendite von 7,5 Prozent ergeben.

Das Segment Automation & Warehouse Equipment (AWE) entwickelte sich im ersten Halbjahr positiv. Der Auftragseingang stieg um 22,5 Prozent auf 588 Mio. Euro (Vorjahr: 480 Mio. Euro), der Umsatz legte um 12,9 Prozent auf 471 Mio. Euro zu (Vorjahr: 417 Mio. Euro) – getragen insbesondere vom Geschäftsfeld Automation. Das EBIT verbesserte sich auf -6,7 Mio. Euro (Vorjahr: -7,6 Mio. Euro) bei einer EBIT-Rendite von -1,4 Prozent (Vorjahr: -1,8 Prozent).

Prognose

Auf Basis der Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2026 und der aktualisierten Unternehmensplanung hat der Vorstand am 23. Juli 2026 seine am 27. März 2026 veröffentlichte Prognose für das Geschäftsjahr 2026 für das Segment ITS und daraus resultierend für den Konzern angepasst. Wesentliche Gründe für die geringeren Ergebniserwartungen sind nachlaufende Effekte aus dem im Februar beendeten Streik im Werk Lüneburg, veränderte Materialkosten sowie ein weiterhin intensives Wettbewerbsumfeld. Zudem wird nicht mehr davon ausgegangen, den operativen Ergebnisbeitrag der ehemaligen russischen Tochtergesellschaft zu kompensieren. Die Prognose für das Segment AWE bleibt unverändert.

Für das laufende Jahr prognostiziert Jungheinrich nunmehr einen Auftragseingang in einem Korridor von 5,5 Mrd. Euro bis 6,1 Mrd. Euro (bisher: 5,4 Mrd. Euro bis 6,0 Mrd. Euro; 2025: 5,4 Mrd. Euro) sowie einen Konzernumsatz zwischen 5,3 Mrd. Euro und 5,9 Mrd. Euro (bisher: 5,2 Mrd. Euro bis 5,8 Mrd. Euro; 2025: 5,5 Mrd. Euro). Das EBIT wird nun zwischen 340 Mio. Euro und 400 Mio. Euro erwartet (bisher: 380 Mio. Euro bis 450 Mio. Euro; 2025: 228 Mio. Euro), die EBIT-Rendite zwischen 6,2 Prozent und 7,0 Prozent (bisher: 7,2 Prozent bis 8,0 Prozent; 2025: 4,2 Prozent). Für das Ergebnis vor Steuern (EBT) rechnet der Vorstand mit 310 Mio. Euro bis 370 Mio. Euro (bisher: 350 Mio. Euro bis 420 Mio. Euro; 2025: 196 Mio. Euro) mit einer daraus resultierenden EBT-Rendite zwischen 5,6 Prozent und 6,4 Prozent (bisher: 6,7 Prozent bis 7,5 Prozent; 2025: 3,6 Prozent). Für den ROCE erwartet Jungheinrich nunmehr 12 Prozent bis 16 Prozent (bisher: 14 Prozent bis 18 Prozent; 2025: 8,3 Prozent) und für den Free Cashflow – vor allem bedingt durch M&A-Aktivitäten – einen Wert von über 50 Mio. Euro (bisher: über 250 Mio. Euro; 2025: 314 Mio. Euro).

In der EBIT- und EBT-Prognose sind negative Einmaleffekte von insgesamt 40 Mio. Euro berücksichtigt – davon 21 Mio. Euro aus der Entkonsolidierung der im Februar 2026 veräußerten russischen Tochtergesellschaft, 10 Mio. Euro aus dem Transformationsprogramm sowie 9 Mio. Euro aus nachlaufenden Effekten des Streiks im Werk Lüneburg. In der Prognose für den Free Cashflow sind Mittelabflüsse für die Beteiligungen an EP Equipment (rund 93 Mio. Euro) und Navflex (rund 4 Mio. Euro) sowie die Akquisition von All Lift (rund 60 Mio. Euro) berücksichtigt.

Für das ITS-Segment erwartet Jungheinrich nunmehr einen Auftragseingang von 4,5 Mrd. Euro bis 4,9 Mrd. Euro (bisher: 4,4 Mrd. Euro bis 4,8 Mrd. Euro; 2025: 4,5 Mrd. Euro) und einen Umsatz zwischen 4,4 Mrd. Euro und 4,8 Mrd. Euro (bisher: 4,3 Mrd. Euro bis 4,7 Mrd. Euro; 2025: 4,6 Mrd. Euro). Das EBIT dürfte zwischen 310 Mio. Euro und 370 Mio. Euro liegen (bisher: 360 Mio. Euro bis 420 Mio. Euro; 2025: 222 Mio. Euro), die EBIT-Rendite zwischen 7,0 Prozent und 7,6 Prozent (bisher: 8,3 Prozent bis 8,9 Prozent; 2025: 4,8 Prozent).

Für das AWE-Segment bleibt die Prognose unverändert: Jungheinrich erwartet einen Auftragseingang von 1,0 Mrd. Euro bis 1,2 Mrd. Euro (2025: 0,9 Mrd. Euro) und einen Umsatz zwischen 0,9 Mrd. Euro und 1,1 Mrd. Euro (2025: 0,9 Mrd. Euro). Das EBIT wird zwischen 0 Mio. Euro und 15 Mio. Euro erwartet (2025: -21 Mio. Euro), die EBIT-Rendite zwischen 0,0 Prozent und 1,5 Prozent (2025: -2,3 Prozent).

Den vollständigen Zwischenbericht der Jungheinrich AG zum 30. Juni 2026 finden Sie hier: Berichte und Publikationen von Jungheinrich

Andrea Bleesen

Andrea Bleesen

Senior Director Corporate Investor Relations

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Dr. Benedikt Nufer

Head of Communications / Pressesprecher

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