Zwanzig Jahre Jungheinrich Ukraine – und mehr als vier Jahre Krieg. Anlässlich des Firmenjubiläums berichtet Geschäftsführer Alexey Roslyakov, wie sein Team weiterhin mit Unsicherheiten umgeht, Kunden unterstützt und den Blick auf die Zukunft richtet.
Seit 20 Jahren unterstützt Jungheinrich Ukraine Kunden im ganzen Land mit Intralogistiklösungen, Service-Kompetenz und starken lokalen Partnerschaften. Das diesjährige Jubiläum fällt in eine außergewöhnliche Zeit. Trotz des seit mehr als vier Jahren andauernden Krieges ist das Team weiterhin für seine Kunden da, unterstützt sich gegenseitig und blickt entschlossen in die Zukunft.
Anlässlich des 20-jährigen Firmenjubiläums am 26. Juni teilt Geschäftsführer Alexey Roslyakov seine Gedanken zu Widerstandsfähigkeit, Teamarbeit, humanitärer Hilfe und dem, was ihm Zuversicht für die Zukunft gibt.
„Unser Jubiläum hat eine noch tiefere Bedeutung.“
Alexey Roslyakov: Unser Jubiläum ist für uns ein ganz besonderer Meilenstein. Es geht dabei nicht nur darum, zwei Jahrzehnte Unternehmensgeschichte zu feiern. Unter den aktuellen Umständen hat es eine noch tiefere Bedeutung. Es erinnert uns an alles, was wir im Laufe der Jahre aufgebaut und bewahrt haben, sowie an die Widerstandsfähigkeit und das Engagement unseres Teams.
Zu diesem Anlass werden wir als Team zusammenkommen, auf die vergangenen 20 Jahre zurückblicken und in ruhigem Rahmen feiern. Für mich ist es besonders wichtig, unseren Kolleginnen und Kollegen zu danken, das gemeinsam Erreichte zu würdigen und zuversichtlich in die Zukunft zu blicken.
Ich bin stolz darauf, dass wir unsere Kunden weiterhin unterstützen, unser Geschäft ausbauen und auch in den schwierigsten Zeiten ein zuverlässiger Partner bleiben. All dies wäre ohne das Engagement und die harte Arbeit der vielen Menschen, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten zum Erfolg unseres Unternehmens beigetragen haben, nicht möglich gewesen.
„Die Menschen machen uns stark.“
Die Menschen selbst. In den Jahren des Krieges haben wir gelernt, uns aufeinander zu verlassen, uns schnell an neue Situationen anzupassen und unsere Ziele im Blick zu behalten. Wir haben weitergearbeitet trotz Luftalarm, Stromausfällen und permanenter Unsicherheit.
Diese Herausforderungen haben uns enger zusammengeschweißt und uns insgesamt widerstandsfähiger und entschlossener gemacht. Unsere Stärke kommt von unseren Mitarbeitenden und von dem Vertrauen, das wir innerhalb des Teams aufgebaut haben.
Ich würde gern sagen, dass sich die Situation entspannt hat – aber leider ist das nicht so. Unser Hauptsitz befindet sich in Kiew und die Stadt ist weiterhin regelmäßig Luftangriffen ausgesetzt. Es gibt ruhigere Phasen, aber sie halten meist nicht lange an. Im vergangenen Jahr gab es einen Angriff in unserem Bezirk, durch die Druckwelle sind Fenster in unserer Werkstatt kaputt gegangen. So sieht unsere Realität aus. Wir haben auch den Eindruck, dass die Angriffe intensiver und zerstörerischer geworden sind – und das, obwohl Kiew zu den am besten geschützten Städten im Land gehört.
Das lässt sich nur schwer in wenigen Worten erklären. Der Krieg ist Teil unserer Realität geworden, aber das bedeutet nicht, dass wir uns daran gewöhnt haben.
Von außen betrachtet mag unser Leben ganz normal erscheinen. Wir arbeiten, ziehen unsere Kinder groß, treffen uns mit Freunden und planen für die Zukunft. Doch es bleibt eine gewisse Unsicherheit, eine Anspannung im Alltag. Ständig.
Gleichzeitig hat uns diese Erfahrung gelehrt, Dinge, die wir früher oft als selbstverständlich gesehen haben, bewusst zu schätzen: einen ruhigen Morgen, Zeit mit unseren Liebsten, die Möglichkeit zu arbeiten, zu lernen und eine Zukunft aufzubauen.
Als Team bleiben wir widerstandsfähig. Wir arbeiten weiter, unterstützen uns gegenseitig und tun alles, um unseren Betrieb aufrechtzuerhalten und Kunden zuverlässig zu betreuen.
Im Laufe der Jahre haben wir gelernt, uns anzupassen, aber wir haben diese Situation nie als normal hingenommen. Was uns antreibt, ist unser gemeinsames Verantwortungsbewusstsein – gegenüber unseren Kunden, unseren Kolleginnen und Kollegen und unseren Familien.
Wir haben kürzlich einen Gabelstapler an das Ukrainische Rote Kreuz gespendet. Die Initiative ging von der Konzernleitung von Jungheinrich aus, und wir haben sie sehr gerne unterstützt.
Ein neuer AntOn CBH 2.5 wird im Lagerbetrieb zum Umschlag und Entladen von humanitären Hilfsgütern eingesetzt. Auf diese Weise trägt er zum schnellen und effizienten Transport lebenswichtiger Güter für die vom Krieg betroffenen Menschen bei, darunter Verletzte, vertriebene Familien und Menschen, die dringend Hilfe benötigen.
Für mich geht diese Spende weit über eine rein formale Entscheidung hinaus. Sie ist ein klarer Ausdruck der Solidarität und der aufrichtigen Anteilnahme für die Ukraine in einer äußerst schwierigen und unvorhersehbaren Situation. Unter den derzeitigen Umständen kann sie einen echten und spürbaren Beitrag leisten, indem sie die humanitäre Logistik unterstützt und dazu beiträgt, dass die Hilfe diejenigen erreicht, die sie am dringendsten benötigen.
Die Stärke unseres Teams, das Vertrauen unserer Kunden, die Unterstützung unserer Partner und die Solidarität unserer Kolleginnen und Kollegen auf der ganzen Welt.
In den vergangenen Jahren haben wir viele Herausforderungen gemeistert und immer wieder bewiesen, dass wir auch unter schwierigen Bedingungen bestehen können. Dass unser Team trotz der Umstände motiviert, professionell und fokussiert bleibt, bedeutet uns viel.
Jedes erfolgreich abgeschlossene Projekt, jeder zufriedene Kunde und jegliche Form der Unterstützung erinnert uns daran, dass unsere Arbeit wichtig ist und dass wir gemeinsam stärker sind als die Herausforderungen, denen wir gegenüberstehen.
„Vielen Dank, dass ihr uns zur Seite steht.“
Zunächst einmal möchte ich allen, die uns in den vergangenen Jahren unterstützt haben – unseren Kunden, Partnern, Kolleginnen und Kollegen und all jenen, die der Ukraine in dieser schwierigen Zeit zur Seite gestanden haben –, meinen aufrichtigen Dank aussprechen.
Unterstützung, Aufmerksamkeit und Solidarität bewirken wirklich etwas. Sie erinnern uns daran, dass wir auch unter schwierigen Umständen nicht allein sind. Jede Geste der Unterstützung, jede erfolgreiche Zusammenarbeit und jeder Vertrauensbeweis geben uns zusätzliche Kraft und Zuversicht, um weiter voranzukommen.
Mit Blick auf die Zukunft ist mein Wunsch ganz einfach: Frieden, Stabilität und Chancen für die Menschen, eine bessere Zukunft aufzubauen. Ich bin fest davon überzeugt, dass Widerstandsfähigkeit durch Zusammenarbeit, gegenseitigen Respekt und die Bereitschaft, einander zu unterstützen, wächst.
Vielen Dank an alle, die Teil unserer Reise waren. Euer Vertrauen und Eure Unterstützung bedeuten mehr, als ihr vielleicht ahnt.